Insights

Ein Stück vom Mars in Oman

Der Traum von einer Wanderung auf dem Mars ist nur 7 Stunden entfernt

Nicolas Buchalik

Wer glaubt, dass Leben auf dem Mars nur eine Spinnerei von Hollywood mit dem Gesicht von Matt Damon ist, liegt so weit weg von der Realität wie der Mars von der Erde.

Der rote Planet ist näher als wir denken. Spätestens mit dem Blockbuster „The Martian“ aus dem Jahre 2015 rückte die Idee von Leben auf dem Mars in das kollektive Bewusstsein. In der Rolle des Mark Watney kämpft Matt Damon auf dem vierten Planeten von der Sonne aus um sein Überleben. Alles gut inszenierte Science-Fiction mit schönen Bildern von Ridley Scott? Nicht ansatzweise richtig.

Eine Reise zum Mars in 7 Stunden statt 7 Monaten.
Die Marsrover „Spirit“ und „Oppurtunity“ brauchten im Jahr 2003 knapp sieben Monate für die Reise zum Mars. Schon die Auswahl der Namen lässt darauf schließen, dass die Mission, den Mars zu erkunden, durchaus ernstzunehmend ist.

Doch während der Mensch für eine Mission auf dem Mars rund 3 Jahre Reise- und Arbeitszeit benötigen würde, gelingt dies in ähnlichen Verhältnissen in sehr viel kürzerer Zeit auch auf der Erde. Denn während einige der Bilder des Marsianers in Wadi Rum in Jordanien gedreht wurden, aufgrund des spektakulären roten Sandes, bietet tatsächlich eine Wüste in Oman die perfekten Bedingungen.
Kein Leben möglich – perfekte Grundlagen für Forscher
Forscher haben einen Ort im Süden der omanischen Wüste entdeckt, der den bisher bekannten Bedingungen des Mars sehr nah kommen soll. Temperaturen bis zu 51 Grad lassen Leben quasi nicht zu. Weder Tiere noch Pflanzen finden hier Lebensraum und so ähnelt die „Dhofar Region“ mit ihrer Wüstenlandschaft stark den Gegebenheiten auf dem Mars.

Das österreichische Projekt „AMADEE 18“ machte es 200 Forschern möglich, eine bemannte Mission zum Mars zu testen. Die ausgewählten A(u)stronauten waren über vier Wochen komplett sich selbst überlassen. Die einzige Kommunikation fand mit der Zentrale in Österreich statt.
Die Mission Mars
Klar ist, dass die Forschung auf diesem Gebiet nicht innehalten wird. Mit Hochdruck wird auch seitens privater Unternehmer wie Richard Branson (Virgin Galactic) oder Elon Musk (SpaceX) nach einem Weg zum roten Planeten gesucht. Die Entfernung ist allerdings enorm und hinzukommt, dass für Hin- und Rückflug solange gewartet werden muss bis die Distanz zwischen Erde und Mars auf das Minimum sinkt. Eine Reise müsste also rund 1000 Tage dauern. Angesichts andere Anforderungen wie Verpflegung oder Schutz vor kosmischer Strahlung scheint das Bauen einer Rakete die Menschen zum Mars bringt als Kleinigkeit.