Insights

Halluzinationen im peruanischen Dschungel

Ein Treffen mit Mutter Ayahuasca

Laura Preising

Es wird immer schwieriger es zu finden und in den meisten Ländern ist der Besitz dieses Elixiers gar illegal. Vielleicht ist es gerade die Faszination um das Verbotene, die immer mehr Menschen in die Tiefen des peruanischen Amazonasgebiets führt und sie zur Teilnahme an dem traditionellen Ritual reizt. Die Rede ist von Ayahuasca.

Das bedeutende schamanische Ritual wird von indigenen Stämmen wie den Shipibo-Conibo noch heute dazu verwendet, mithilfe des Tranks einen erweiterten Bewusstseinszustand zu erreichen, um fremdartige Wesen, Götter oder Ahnen zu treffen. Sie erhoffen sich auch eine Heilung von Krankheiten, Linderung seelischer Leiden und Hilfe zur Selbsterkenntnis.

Doch bevor man sich entschließt, Mutter Ayahusca von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten, sollte man einige Dinge über das Ritual und seine schnell wachsende Industrie wissen.
Was ist Ayahuasca?
Ayahuasca ist ein Pflanzensud, der aus einer bestimmten Lianenart und mehreren Pflanzen gewonnen wird, die ausschließlich im Amazonas zu finden sind. Nach stundenlangem Einkochen entsteht ein bitter schmeckendes Gebräu, das den Trinkenden auf eine kaleidoskopische Reise zu Mutter Ayahuasca bringen soll. Ayahuasca zählt zu den stärksten Halluzinogenen überhaupt. Einmal getrunken, kann die Trance bis zu 6 Stunden dauern.
Respektvoll mit der Kultur
Wer jedoch der Meinung ist, mit Ayahuasca einen neuen Weg gefunden zu haben, seinen Geist in andere Dimensionen zu schleudern und einfach nur High werden möchte, der sollte sich die Reise sparen. Das Gebräu wird von den Stämmen seit Jahrhunderten zu Heilzwecken verwendet. Es hat eine tiefe religiöse Bedeutung und soll Krankheiten wie Depressionen und Sucht behandeln.
Wo wird Ayahuasca praktiziert?
Ayahuasca Heilungszentren gibt es in großen Teilen Perus, allerdings kann Iquitos als die Hochburg des mystischen Rituals bezeichnet werden. Angeboten werden luxuriöse Retreats, die über einige Wochen dauert, genauso wie Ein-Tages-Zeremonie. Je nach Paket variieren die Preise zwischen 60 und 3.000 Dollar.
Nicht jeder ist ein Schamane
Aber Vorsicht: nicht jeder, der behauptete Schamane zu sein, ist auch tatsächlich einer. Die Tradition der Shipibo-Conibo gibt vor, dass Schamanismus nicht nur jahrelange Übung erfordert, es ist auch eine Entscheidung auf Lebenszeit. Der asketische Lebensstil setzt auf Enthaltsamkeit von Sex und Alkohol. Wer auf falsche Anbieter setzt, geht ein gesundheitliches Risiko ein.