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Finding Nemo im Great Barrier Reef

Tauchen am Great Barrier Reef – das größte Korallenriff der Erde

Geschrieben von

Rebecca Hesse

11.09.2018

Ein Selfie mit einem der gigantischen Napoleon-Lippfische und Schnorcheln mit Meeresschildkröten – am Great Barrier Reef werden Taucherträume wahr.

Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist ein Ort der Superlative und einer der faszinierendsten Schätze unseres Planeten. Hunderte verschiedene Korallenarten, unzählige farbenfrohe Fische und beeindruckende Meeressäuger – kein Wunder, dass Tauchbegeisterte aus aller Welt das Great Barrier Reef auf ihrer Bucket List haben. Mindestens einmal im Leben an diesem Naturwunder der Erde zu tauchen, ist ein Erlebnis, das prägt und Eindrücke einer Unterwasserwelt bietet, die Sie sicher nie wieder vergessen werden.

Das Great Barrier Reef ist eine der besten Tauchspots der Welt

Das Great Barrier Reef – rekordverdächtig und vielfältig

Fast jeder hat wohl schon einmal von ihm gehört, doch nur die Wenigsten wissen um die Besonderheiten des Great Barrier Reef. Wo liegt das berühmte Korallenriff eigentlich? Das Great Barrier Reef, das sich genau genommen aus rund 2.800 kleineren Riffen zusammensetzt, befindet sich im Südpazifik und verläuft nahezu parallel zur Küste des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens. Im Norden reicht es von der Torres-Straße, die zwischen Australien und Papua-Neuguinea verläuft, bis zur Lady-Elliott-Insel im Süden. Damit weist es eine Länge von sage und schreibe 2.300km auf. Das entspricht der Entfernung zwischen Berlin und Reykjavík, von Köln nach Ankara oder von München nach Casablanca.

Eine enorme Größe, die noch unglaublicher erscheint, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Korallenriff handelt. Ein Komplex, der über Jahrmillionen von Organismen erschaffen wurde, die nicht größer sind als ein Fingernagel. Damit ist das Great Barrier Reef nicht nur das längste Korallenriff der Erde, es ist auch die größte von Lebewesen geschaffene Struktur unseres Planeten und sogar aus dem Weltall sichtbar. Doch es sind nicht nur diese Größenrekorde, die Taucher und Naturliebhaber aus aller Welt an die Ostküste Australiens locken. Auch die unvergleichliche Artenvielfalt macht dieses Unterwasserparadies so besonders. So ist es kaum verwunderlich, dass es 1981 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde.

Bunte Fische und Korallen laden zum Tauchen ein

Das Great Barrier Reef ist ein wahrer Hotspot der Biodiversität. Über 2.000 verschiedene Fischarten wurden schon gesichtet. Hierzu zählen unter anderem die durch den Pixar-Film „Findet Nemo“ bekannten Clownfische mit ihrer leuchtend orangenen Farbe. Sehenswert ist ebenso der bis zu 2m lange, fleischfressende Napoleon-Lippfisch, der mehrmals im Leben seine Farbe wechselt. Ein wahres Highlight ist eine Begegnung mit einem der imposanten Mantarochen, die mit einer Spannbreite von bis zu 7m sanft durchs Wasser gleiten. Des Weiteren beheimatet das Riff geschätzte 400 Korallen- und 4.000 Molluskenarten, unter ihnen die größten Muscheln der Welt. Sehr wohl fühlen sich in dem Meeresökosystem auch Meeressäuger wie Delfine, Zwerg- und Buckelwale sowie Dugongs. Darüber hinaus leben hier Meeresschildkröten, Meeresschlangen und sogar Krokodile.

Schildkröten im Wasser sind keine Seltenheit

Wie und wann lässt sich das Great Barrier Reef am besten erkunden?

Schlägt ihr Herz schon schneller beim Gedanken, in das kristallklare Wasser einzutauchen, sich in riesigen Fischschwärmen zu verlieren und die Naturschönheiten dieses magischen Ortes mit eigenen Augen zu erleben? Hier erfahren Sie, wie Sie am besten zum Great Barrier Reef gelangen und was die optimale Jahreszeit für einen Tauchurlaub in Australien ist.

Zunächst einmal müssen Sie in den australischen Bundesstaat Queensland reisen. Wer direkt aus Deutschland kommt, der kann beispielsweise nach Brisbane fliegen. Langstreckenflüge von Frankfurt bringen Sie mit nur einem Zwischenstopp, etwa in Singapur oder Abu Dhabi, in die drittgrößte Stadt Australiens. Von Brisbane sind es dann noch 360km nach Bundaberg, dem südlichsten Küstenort, von dem aus Schiffe zum Great Barrier Reef hinausfahren. Eine weitere Option ist ein Flug in die nordaustralische Stadt Cairns, die auch als Tor zum Great Barrier Reef gilt. Hierbei müssen Sie jedoch in der Regel einen weiteren Zwischenstopp in Melbourne oder Sydney einplanen.

An der Küste von Queensland angekommen haben Sie die Qual der Wahl, von wo aus Sie genau Ihr Riffabenteuer starten wollen. Auch die Art der Erkundung können Sie ganz nach Ihren Wünschen gestalten. Klassisch sind natürlich Bootstouren hinaus zum Riff, bei denen Sie zu den besten Tauch- und Schnorchelrevieren gebracht werden. Noch besser als bei einer Tagesausfahrt können Sie das Riff kennenlernen, wenn Sie einen Aufenthalt auf einer der Inseln im Great Barrier Reef einlegen, von wo aus Sie die Unterwasserwelt auf eigene Faust entdecken können. Selbstverständlich erwartet Sie eine schier endlose Auswahl an Anbietern, bei denen Sie einen Tauchkurs absolvieren können. Wer sich die Füße lieber nicht nass machen möchte, dem sei eine Fahrt mit einem Glasbodenschiff oder gar einem U-Boot empfohlen. Aus einer ganz anderen Perspektive lässt sich das größte Korallenriff der Welt zudem bei einem Helikopterrundflug erleben.

Das Great Barrier Reef liegt in tropischen Gewässern, weshalb die Wassertemperaturen das ganze Jahr über angenehm warm sind. Generell können Sie das Riff zu jeder Jahreszeit besuchen. Die besten Bedingungen zum Tauchen herrschen in den Monaten Oktober bis Januar vor. In dieser Zeit fällt nur wenig Niederschlag und der Wellengang ist gering. Darum ist das Wasser sehr klar und die Sicht ausgezeichnet. Von Ende Januar bis April ist Wirbelsturmsaison. Zwar können Sie auch in diesen Monaten meist wunderbar tauchen, doch kann es vorkommen, dass Bootsausflüge aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Rochen kann man auch im Great Barrier Reef entdecken

Korallengärten, Höhlen und Lagunen – die besten Tauchgründe am Great Barrier Reef

Bei den enormen Ausmaßen des Great Barrier Reefs kann die Wahl des geeigneten Tauchreviers schwerfallen. Generell gilt, dass die Unterwassersicht an den Außenriffen am besten ist. Diese liegen zum offenen Meer hin, weshalb dort nur wenige Sedimente im Meer treiben und die Farben noch einen Ticken leuchtender wirken. Tauchanfänger unternehmen gerne Ausflüge zu den Korallenriffen, die die Inseln der Region umgeben. An diesen ist das Tauchen und Schnorcheln zwar einfacher, doch ist die Artenvielfalt auch geringer als an den eigentlichen Riffen des Great Barrier Reef.

Das südliche Great Barrier Reef: Korallen, Buckelwale und Clownfische

Für alle, die sich im südlichen Teil Queenslands befinden, ist die Lady-Elliot-Island eine gute Option, um die Unterwasserwelt Australiens kennenzulernen. Die Insel liegt in einem marinen Schutzgebiet und die Korallengärten beginnen hier nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Selbst unerfahrene Schnorchler können in der ruhigen Laguna an der Ostküste der Insel Seesterne, Seeigel und kleine Rifffische bewundern. An den Riffen der Westküste lassen sich oft Riffhaie, Delfine und Schildkröten beobachten. Bekannt ist die Lady-Elliot-Island aber vor allem für ihre Mantarochen, die sich besonders in den Wintermonaten hier zu größeren Gruppen zusammenschließen.

Ein wahres Farbspektakel erwartet Sie rund um die malerische Orpheus Island. Die Korallen des Great Barrier Reef sind hier nicht nur ausgesprochen bunt, sondern auch sehr divers, mit hunderten Arten von Hart- und Weichkorallen. Lohnenswert ist eine Reise zur Orpheus Island zwischen Ende Juni und Mitte September, wenn Buckelwale an dem Eiland vorbeiziehen.

Die unbewohnte Insel Lady Musgrave Island im südlichen Great Barrier Reef ist von einer flachen Lagune umgeben. Geschützt vor starken Strömungen können in dem klaren Wasser das ganze Jahr über Clownfische zwischen den Seeanemonen bestaunt werden. Auch strahlend blaue Seesterne, harmlose Leopardenhaie und in den Seegraswiesen weidende Meeresschildkröten fühlen sich hier wohl. Traumhafte Inselwelten haben die australischen Whitsunday Islands vor Airlie Beach zu bieten. Dabei ist die Hayman Island die beste der Inseln, um am Korallenriff zu tauchen. Ein Hotspot ist die Blue Pearl Bay, wo unter anderem Napoleon-Lippfische durchs Wasser ziehen.

Der Mantarochen gehört zu den größten Rochen der Welt

Die Unterwasserwelt des Great Barrier Reef nahe Cairns erleben

Ist Cairns Ihr Ausgangspunkt, um das Great Barrier Reef zu erkunden, so lohnt ein Tagestrip zur Green Island. Auch hier beginnen die Korallengärten fast unmittelbar nach dem Strand. Riesenmuscheln, Falter- und Papageienfische – hier finden Sie ein El Dorado für Taucher und Schnorchler. Im tropischen Norden von Queensland liegen die Riffe Norman, Hastings und Saxon sehr nahe beieinander. Dort ist die Sicht unter Wasser ausgesprochen gut. Am Norman Reef können Sie in Höhlen tauchen und mit neugierigen Zwergwalen schnorcheln. Am Hastings Reef sind die Korallenformationen besonders spektakulär und beherbergen Papageienfische, kleine Riffhaie, Schildkröten und Riesenmuscheln. Als einer der besten Tauchgründe des Great Barrier Reefs gelten die Ribbon Reefs. Diese liegen rund 65km vor Port Douglas. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit finden Sie hier noch vielfältigere Lebensräume vor. Beliebt ist das Cod Hole, in dem Sie mit zahmen, rund 60kg schweren Zackenbarschen schwimmen können. Egal, für welchen Abschnitt dieses riesigen Korallenriffs Sie sich entscheiden, die Unterwasserwelten des Great Barrier Reefs werden Sie mit Sicherheit in ihren Bann ziehen. Erfüllen Sie sich diesen Traum und tauchen Sie ein in eine farbenfrohe Welt, die immer in Bewegung und voller Leben ist.