Cholitas die Polleras tragen. Manch andere Tradition in Bolivien ist etwas kurioser.
Bolivien | Insights

Mit Bier & Blumen: Boliviens kuriose Bräuche

Die bolivianische Bierdusche für gutes Autofahren

Geschrieben von
Nicolas Buchalik

2018-04-10

In Bolivien Copacabana funktioniert die Bierdusche ganz ohne sportlichen Erfolg und gilt sogar als glücksbringendes und heiliges Ritual.
Die eigentliche Copacabana am Titicacasee: Namensgeber für den wahrscheinlich berühmtesten Strandabschnitt der Welt in Rio
Die eigentliche Copacabana am Titicacasee: Namensgeber für den wahrscheinlich berühmtesten Strandabschnitt der Welt in Rio

Copacabana ohne Zuckerhut

Die Copacabana. Sonnenstrahlen die am Zuckerhut vorbei auf die braunen Körper von fußballspielenden Frauen und Männern fallen. Sofort erklingt der melancholische Bossa Nova und der Geschmack von Caipirinha kommt in die Erinnerung. Ein reges Treiben beobachtet von Christo Redentor, der vom Berg Corcovado herabblickt auf „die Copacabana“. Die eine, Ziel aller die von heißen Temperaturen ans Meer getrieben werden und aller die Brasilien und Rio besuchen. Dieser weltberühmte Strandabschnitt, er ist ein Plagiat. Fake News würde Donald sagen. Schlichtweg kopiert.

Der Grund dafür liegt am Titicacasee. Dort wo Sie mit kaltem Bier ihre Autos taufen und der Ort Copacabana mit seinen historischen Relikten liegt.
Bolivianer und auch Peruaner trinken gerne und viel. Die Feierei rund um den Segen artet teilweise ein bisschen aus. Gut fahren lässt es sich dann nicht mehr.
Bolivianer und auch Peruaner trinken gerne und viel. Die Feierei rund um den Segen artet teilweise ein bisschen aus. Gut fahren lässt es sich dann nicht mehr.

Ein kalter Six Pack für eine gute Fahrt

Was klingt wie die letzten Stunden mit Führerschein, ist in Copacabana an der Tagesordnung. Das Örtchen liegt in Bolivien, ist Namensgeber für den Strand in Rio und liegt auf einer Höhe von unglaublichen 3.841 Metern. Hier wird die die Luft schon mal etwas dünn, das Bier fließt aber in Strömen. Und das, obwohl der Ort ein heiliger ist für Bolivianer sowie die Nachbarn aus Peru. Für den Segen von „Pachamama“ also Mutter Erde kommen jährlich tausende Menschen. Es wurde überliefert, dass die Jungfrau von Copacabana das Leben von Menschen und Maschinen gleichermaßen verlängert. Jedes Mal, wenn man ein neues Auto kauft, muss die erste Reise hier hin gehen für sichere zukünftige Reisen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Auto ein neues Auto ist oder ob es nur einen neuen Besitzer gefunden hat.
Mit viel Bier bedeckt und mit Blumen geschmückt geht es auf die Heimreise.
Mit viel Bier bedeckt und mit Blumen geschmückt geht es auf die Heimreise.

Menschen kommen aus dem ganzen Land, um ihrem neuen Auto eine Bierdusche zu verpassen.

Nachdem ein Geistlicher das Auto gesegnet hat kommt das Bier ins Spiel. Und das Bier erfüllt auch seinen ursprünglichen Zweck. Es soll den Durst von Pachamama stillen und manchmal, an heißen Tagen, auch den des Geistlichen. Nachdem Segen und der Opfergabe für Mutter Erde wird gefeiert und Bolivianer sowie Peruaner feiern gerne und lieben es zu trinken. Auf das frisch mit Gerstensaft getaufte Vehikel werden dann noch Rosenblüten geworfen, die durch das Bier kleben bleiben und somit jedem zeigen, dass der Insasse ein neues Auto besitzt und viel wichtiger - den Segen von Copacabana erhalten hat.

Irgendwann in den Jahren um 1940 lebte diese Tradition auf und wird bis heute mit Freuden weitergeführt. Der Ort an sich war aber schon mehr als 300 Jahre zuvor ein heiliger, als er noch Copacawana hieß. Die Inkas hatten hier einen Schrein der ihrem Gott der Sonne huldigen sollte.

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