BOL.Salar de Uyuni
Bolivien | Insights

Boliviens weißer Riese

Salar de Uyuni – Eine Reise durch die Salzwüste Boliviens

Geschrieben von
Sophie-Marie Toomast

2019-02-06

Größer als Niederbayern erstreckt sich die größte Salzwüste der Erde mit einer Fläche von über 10.000 Quadratkilometern über die Landschaft Südwest-Boliviens. In der Salar de Uyuni erwarten Sie beeindruckende Landschaften, Sonnenauf- und untergänge wie im Bilderbbuch und ein Meer aus weißem Salz.

Die Salzkruste des Salar de Uyuni wurde vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen des Sees Tauca gebildet. Unter der bis zu 30 Meter dicken Oberfläche befindet sich die sogenannte Sole, eine Salzwasserlösung, die bis zu 121 Meter in die Tiefe reicht. Mit strahlender Helligkeit am Tag und frostigen Nächten ähnelt der Salar de Uyuni von außen einem zugefrorenen See. Lebewesen halten sich kaum in der trockenen Wüste auf – außer einiger nur in Südamerika vorkommender Flamingos, für die der Uyuni als Brutplatz dient.

Beste Reisezeit für Salar de Uyuni

Grundsätzlich ist der Salar de Uyuni mit Einschränkungen das ganze Jahr über bereisbar. Jede Jahreszeit hat ihre Vor- und Nachteile. Im Dezember beginnt die Regenzeit und dauert bis Mai an. In dieser Zeit füllt sich das Salzbecken oft mit Wasser. Das hat zur Folge, dass man den See nur eingeschränkt oder garnicht befahren kann. So erreicht man beispielsweise Attraktionen wie die Kakteeninsel Incahuasi und Isla del Pescado nicht. Allerdings ist der überschwemmte Salzsee bei vielen Reisenden, vor allem Hobbyfotografen, sehr beliebt. Von Juni bis Dezember herrscht die Trockenzeit. In dieser kann es Nachts zu niedrigen Temperaturen von bis zu -5 Grad Celsius kommen. Insgesamt herrschen das ganze Jahr über Tagestemperaturen von 14 bis 20 Grad Celsius.
BOL.Salar de Uyuni
Der überschwemmte See ist bei vielen Reisenden, vor allem bei Hobbyfotografen, sehr beliebt

Uyuni und Colchani

Diese beiden kleinen Städchen liegen auf dem Weg in die Salzwüste und es lohnt sich, dort einen kurzen Aufenthalt einzuplanen. Uyuni, einst ein bedeutender Knotenpunkt für den bolivianisch-chilenischen Gütertransport, ist heute durch seinen Zugfriedhof bekannt. Die rostenden, teilweise mit Graffitis besprühten und durch das Salz löchrigen Dampflokomotiven inmitten der verlassenen Landschaft bieten einen bizarren Anblick. Das kleine Dorf Colchani entstand durch den Salzanbau in der Region. Hier kann man in den Hinterhöfen der Einwohner sehen, wie das Salz (übrigens fast 25.000 Tonnen pro Jahr) hergestellt wird. Ein kleiner Übernachtungstipp: Das Hotel Palacio de Sal ist zur Gänze aus Salz gebaut und ist definitiv die eine oder andere Übernachtung wert.
BOL.salt hotel uyuni
Einzigartig - Das Hotel Palacio del Sal ist gänzlich aus Salz gebaut

Die Salz-Sahara und ihr natürlicher Spiegel

Etwa eine halbe Stunde mit dem Auto von Colchani entfernt beginnt die „Salz-Sahara“, eine flache, wüstenähnliche Landschaft. Das Salz zieht sich wie ein Spinnennetz durch die weite Landschaft. In der Regenzeit bildet sich eine Wasserschicht auf dem See, was einen riesigen natürlichen Spiegel entstehen lässt. Dieses Naturschauspiel zieht jährlich viele Reisende an. Doch auch in der Trockenzeit gibt es in den tiefer gelegenen Regionen vereinzelt einige dieser Spiegel. Gegen ein paar Bolivianos macht ihr Fahrer sicherlich gerne einen kleinen Umweg. Zwei weitere Highlights in der Wüste sind der Sonnenuntergang und der Sternenhimmel in der Nacht. Die dünne, klare Luft und der meist wolkenfreie Himmel machen beides zu einem einzigartigen Erlebnis.
BOL.Salar de uyuni
Wie ein Spinnennetz zieht sich das Salz durch die weite Landschaft

Isla Incahuasi und Isla del Pescado

Mitten in der Salzwüste liegen die Isla Incahuasi und die Isla del Pescado, die für ihre vielen meterhohen und teilweise mehr als 1.200 Jahre alten Kakteen bekannt sind. Wie eine Fata Morgana flimmern sie aus der Ferne, doch sie verschwinden nicht, wenn man ihnen näher kommt. Auf den Inseln wird normalerweise eine einstündige Wanderung unternommen. Von oben kann man verschiedene Aussichtspunkte genießen und auf dem Weg dorthin ist eine Begegnung mit Lamas und Chinchillas nicht unwahrscheinlich. Ein kleiner Fun Fact: Die Kakteen wachsen einen Zentimeter pro Jahr und der älteste Kaktus auf der Insla Incahuasi, der etwa 800 Jahre alt ist, ist vergangenes Jahr umgefallen.
BOL.Isla Incahuasi
Die bis zu 800 Jahre alten Kakteen wachsen einen Centimeter pro Jahr

Geführte Touren durch Salar de Uyuni

Empfehlenswert ist es, eine mehrtätige Tour zu unternehmen, bei der man zuerst die Salar de Uyuni durchquert und zum Ende in die Atacama-Wüste gelangt. Die Länge der Tour beläuft sich in der Regel auf zwei Nächte und drei Tage. Die Tour kann in zwei Richtungen unternommen werden, entweder man reist über den Landweg nach Bolivien ein und landet am Ende in Uyuni, oder umgekehrt. Ausgangspunkt ist demnach entweder San Pedro de Atacama im Norden Chiles mit dem Flughafen Calama oder das Städtchen Uyuni mit dem gleichnamigen Flughafen.
Bol.Salar de Uyuni
Normalerweise unternimmt man eine mehrtägige geführte Tour durch die Atacama-Wüste

Der Altiplano

Am zweiten oder dritten Tag der Tour verlässt man die Salar de Uyuni und begibt sich auf die Hochebene Altiplano. Hier wird es bis zu 5.000 Meter höher, was u.a. die Temperaturen beeinflusst und es Nachts bis zu -20 Grad Celsius werden lässt. Im Altiplano erwarten Sie einzigartige bunte Lagunen wie die Laguna Cañapa, Laguna Colorada und die Laguna Verde. Auch durchquert man die Dali Wüste (Siloli-Wüste), die durch ihre rote Farbenpracht beeindruckt. Die Landschaften bieten bemerkenswerte Naturspektakel wie imposante Felsformationen, Vulkane und Geysirfelder.
BOL.Laguna Colorada
Algen und Mineralien geben der Laguna Colorada ihre Farbe - auch den Flamingos wird dadurch ihre Farbe verliehen

Valle de la Luna

Beim letzten Stop auf der Tour kommt man in die 15 Millionen Jahre alte Atacama-Wüste an der Pazifikküste Chiles. Die Wüste ist eine der trockensten Landschaften der Erde, in der es an manchen Stellen seit Jahrzehnten keinen Regen mehr gegeben hat. Die Landschaft im Tal Valle de Luna erinnert durch seine außergewöhnlichen Felsformationen an die Oberfläche des Mondes. Besonders Sonnenuntergänge gelten hier als unvergesslich.
BOL.valle de la luna
Die Landschaft im Valle de la Luna erinnert an die Oberfläche des Mondes

Was es sonst zu beachten gibt

Aufgrund der Höhenlage von bis zu 5.000 Metern über dem Meeresspiegel sollten Sie gut an die Höhe akklimatisiert sein. Das Herz-Kreislauf-System sollte ebenfalls in Ordnung sein. Man sollte während seiner Reise immer ausreichend Wasser trinken. Gegen Symptome der Höhenkrankheit kann das Kauen von Koka-Blättern und das Trinken von Koka-Tee helfen.