Gorilla
Uganda | Insights

Die letzten ihrer Art im grünen Afrika

Auf Gorilla-Trekking-Tour in Uganda

Geschrieben von
Marie-Theres Rüttiger

2018-12-10

Die Schuhe sinken bei jedem Schritt weich in den Boden ein, die Ohren versuchen die Geräusche – das Summen, das Brummen, das Leben – zu filtern. Es knackt. Blätter streifen das Gesicht. Vor den Augen entblättert sich ein weites Feld aus Grün. Und dann treffen sie ein anderes Paar. Den eigenen nicht unähnlich. Sie blicken einem Berggorilla mitten ins Gesicht.

"Once in a lifetime"-Erlebnis

Einmal Gorillas in freier Wildbahn beobachten, steht mit Sicherheit auf der Liste vieler Natur- und Tierfreunde. Denn viele beschreiben die Wanderung zu diesen einzigartigen Lebewesen, die in Uganda erst im 20. Jahrhundert entdeckt wurden, als wahrhaft atemberaubend. Ein „Once-in-a-lifetime-Erlebnis“. Gorilla-Trekking ist so viel mehr als nur eine reine Wanderung mit Wildtierbeobachtung. Es sei ein erhabenes Gefühl, diesen sanften Riesen in die Augen zu schauen, deren Gene zu mehr als 98% mit den menschlichen identisch sind.

In Uganda ist die Hälfte der weltweit 780 Berggorillas beheimatet. Deshalb eignet sich das Land auch hervorragend für einen Besuch bei den Gorillas. Neben Gorilla-Trekking wird im Übrigen auch Schimpansen-Trekking angeboten.

Das Gorilla-Trekking ist sowohl im Bwindi Impenetrable Nationalpark und als auch im Mghahinga Gorilla Nationalpark möglich. Mehrere Gorillafamilien sind hier an die menschlichen Besucher gewöhnt. Es gibt fünf verschiedene Ausgangspunkte für das Gorilla-Trekking in Uganda: Vier Stationen liegen im Bwindi Nationalpark. Die bekannteste von ihnen ist wohl Buhoma. Aber auch in Ntungamo, Rushaga und Ruhinga befinden sich Stationen, von denen aus Touren möglich sind.
Bwindi Nationalpark
Die Heimat der Berggorillas: Der Bwindi Impenetrable National Park, aufgrund der dichten Vegetation auch als „Ort der Dunkelheit“ bekannt.

Tour für Frühaufsteher

Die einzelnen Stationen sind entweder als Teil einer Rundreise erreichbar oder für alle, die weniger Zeit haben, direkt per Flugzeug nach Entebbe. Von Deutschland aus fliegt man über Dubai. Gut kombinierbar wäre die Rundreise auch mit dem Besuch des Queen Elisabeth Nationalparks, des Lake Mburo Nationalparks oder Ruandas.

Frühaufsteher werden sich freuen: Die Touren starten morgens gegen 05:30 Uhr. Von der Unterkunft aus wird eine kurze Autofahrt zur Parkverwaltung organisiert, wo die Trekking-Teilnehmer von einem Guide empfangen werden. Dieser teilt die Gruppen auch nach entsprechend ähnlicher Fitness ein, eine wichtige Maßnahme für alle Beteiligten. Wer möchte, kann für 20 Dollar Dienste eines Trägers in Anspruch nehmen, der den Teilnehmern nicht nur den Rucksack trägt, sondern ihnen auch hilft, wo der Weg beschwerlich wird.

Und dann beginnt der abenteuerliche Weg durch das dicht bewaldete Grün. Man darf nicht vergessen, dass der Dschungel aus viel Gestrüpp und auch Dornen besteht. Das beste im Leben aber bedarf der Anstrengung. Serpentinen schlängeln sich die Berge hinauf und die Wege werden steiler, je näher man den schwarzen Riesen kommt.
Guides & Gorilla
Von Angesicht zu Angesicht mit einem der letzten wild lebenden Berggorillas - ein einmaliges Erlebnis!

Ugandas Flora und Fauna hautnah

Das Trekking dauert in der Regel zwischen zwei und sechs Stunden, aber es ist wohl jede Sekunde Anstrengung wert, wenn am Ende das einzigartige Erlebnis steht, die seltenen Tiere live und in natura sehen zu können. Wie lange die Tour durch den Dschungel dauert, hängt aber davon ab, wo sich die Primaten gerade befinden. Hat man Sie gefunden, darf man eine Stunde mit Ihnen verbringen und die beeindruckenden Menschenaffen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Die Touren sind selbstverständlich von erfahrenen Guides geführt, die den Teilnehmern die Flora und Fauna des Urwald Ugandas erklären. Die Parkguides bringen ihnen auf dem Weg zu den erhabenen Tieren auch die Lebensgewohnheiten der Berggorillas näher, damit sie optimal vorbereitet sind. Denn zu den Gewohnheiten der Tiere und ihrer Kommunikation gehören unter Umständen auch laute Geräusche und Geschrei. Davor sollten die Tourteilnehmer nicht zurückschrecken.

Alles, was man mitbringen muss, sind Wanderschuhe, die richtige Kleidung und gegebenenfalls eine Kamera, um das unvergessliche Erlebnis nicht nur im Kopf festzuhalten. Lange Wanderhosen, T-Shirt, Pullover, Jacke, Regenjacke und Regenhose sind zu empfehlen. Zwiebellook ist hier angesagt. Wichtig sind auch Gamaschen und Handschuhe. Eine Kappe oder ein Hut sind keine schlechte Idee. Am wichtigsten ist aber natürlich der Respekt vor der Natur und diesen, dem Menschen so ähnlichen, Geschöpfen – Angesicht zu Angesicht.

Nach der Tour kehren die Teilnehmer wieder in ihre Unterkünfte zurück. Die eigens auf das Gorilla-Trekking ausgerichteten Unterkünfte befinden sich jeweils in der Nähe der Stationen. Mit ganz viel Glück schauen die Gorillas auch mal bei den Lodges vorbei und man kann sie ganz ohne Anstrengung beobachten.
Bisate Lodge
Luxuriös und nachhaltig: Die Betreiber der Unterkünfte haben sich dem Naturschutz verschrieben.

Schutzmaßnahmen lassen die Zahlen wieder steigen

Eine der luxuriösesten und anspruchsvollsten Lodges ist wohl die Bisate Lodge, die am besten von Kigali aus zu erreichen ist. Dort befindet sich auch das Hauptquartier zum Volcano National Park.

Die kleine 5-Sterne-Lodge legt den vollen Fokus auf den Schutz der Berggorillas. Die Besucher erwarten dort ungewöhnliche, organisch-ethnisch inspirierte Architektur. Außerdem ist die Lodge auf absolute Nachhaltigkeit ausgerichtet: Im Vordergrund steht natürlich der Schutz der bedrohten Berggorillas und ihres Lebensraums. Denn das ist die größte Bedrohung für die Menschenaffen: die Zerstörung des Urwaldes - ihrer Heimat.

Die Betreiber der Bisate Lodge investieren nicht nur in die Anpflanzung neuer, naturnaher Wälder auf 27 ha Land, sondern lassen auch die örtlichen Communities am Betrieb der Lodge teilhaben.

Gorilla-Baby
Die beste Zeit um die schwarzen Riesen zu besuchen ist von Mai bis September oder im Januar bis Februar.

Gute Investition

Eine 3-tägige Trekking-Tour inklusive Unterbringung in einer Lodge ist pro Person ab etwa 1.500 US-Dollar zu haben. Gorilla-Trekking ist teuer, aber: Das Geld ist sehr gut investiert, denn damit werden auch die Erhaltung der lokalen Umwelt und den Schutz der Berggorillas unterstützt.

In Uganda ist der Besuch bei den Gorillas ab 15 erlaubt. Die täglichen Touren sind aber zum Schutz der Tiere sowohl zeitlich als auch auf maximal 8 Teilnehmer begrenzt. Uganda Wildlife Authority (UWA), der Tourismusverband in Uganda, verkauft 96 Gorilla-Genehmigungen pro Tag für den Bwindi-Nationalpark (88 Genehmigungen für 11 Gorilla-Gruppen) und den Mgahinga-Nationalpark (8 Genehmigungen für eine Gorilla-Gruppe). Man sollte sich also frühzeitig informieren.

Wichtig ist, sich eine Gorilla-Permit für das richtige Gebiet zu lösen, damit der Gorilla-Trekking-Tour nichts mehr im Wege steht. Wichtig ist auch, den Reisepass nicht zu vergessen.

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