Nilpferde - groß und durchaus gefährlich für den Menschen
Kolumbien | Insights

Achtung Nilpferd! - Das tierische Erbe von Pablo Escobar

Pablo Escobars Nilpferde in Kolumbien

Geschrieben von

Laura Preissert

07.05.2018

Zur Aufgabe eines Drogenbosses gehört z.B Ideenreichtum. Um Wege zu finden Waren an der Justiz vorbei zu schmuggeln. Im Falle von Pablo Escobar: Nilpferde
Pablo Escobar unterhielt auf seiner Hazienda einen eigenen Zoo. Mit dabei auch Giraffen und Zebras.

Die falsche Fährte des Urins

Im Kampf gegen Drogenschmuggel werden auf der ganzen Welt die feinen Nasen von Spürhunden eingesetzt. Das empfindliche Riechorgan der Vierbeiner wurde diesen letztendlich zum Verhängnis, denn Escobar drehte den Spieß quasi um. Frei nach dem Motto „Nutze die Stärke deines Feindes für dich“, ließ er Nilpferde importieren, die wiederum durch ihre Ausscheidungen die Spürhunde verwirrten. Wie Escobar auf die Idee kam, gerade Nilpferde für diesen Zweck einfliegen zu lassen bleibt wohl sein Geheimnis. Eine verrückte Idee, aber der Fantasie und der Umsetzung dieser Fantastereien ist bei dem unglaublichen Reichtum von Escobar und so vielen Drogen wohl keine Grenze gesetzt.

Eine Gefahr für jeden der dazwischen kommt.

Gekommen um zu bleiben

Ob Escobar die Schwergewichte nun wegen ihres Urins oder einfach nur geholt hat, weil er Freude daran hatte, sei mal so dahingestellt. Sicher ist, dass sich „Don Pablo“ auch Elefanten, Giraffen und sogar Löwen importieren lies und so seinen eigenen kleinen Zoo mit wilden Tieren ausstattete. Während man sich nach dem Tod Escobars im Dezember 1993 um die meisten der Tiere kümmerte, vergaßen die Behörden die nun rund 20 Nilpferde. Eigentlich ein wunder, bei der Erscheinung. Die Quittung dafür kam spät, dafür hat man jetzt ein riesiges Problem. Ohne natürliche Feinde vermehrten sich Escobars Nilpferde rasant und sind nun eine richtige Plage. Selbst in rund 250 Kilometer Entfernung hat man Nachfahren der ursprünglichen Tiere entdeckt, die landwirtschaftliche Flächen zertrampeln, Kühe töten und auch eine Gefahr für den Menschen darstellen. Unweigerlich kommt einem das Bild des in die Kamera grinsenden Escobars in den Sinn, dass bei einer Verhaftung 1977 aufgenommen wurde. Ein später Gruß des Don Pablo.

Kolumbien: bekannt für hervorragenden Kaffee und Pablo Escobar