Malaysia vs. Singapur
Insights

Malaysia vs. Singapur

Das große Reise-Duell

Geschrieben von

Christoph Karrasch

27.01.2020

Malaysia vs Singapur: Welches südostasiatische Land schneidet in Sachen Reisezeit, Kosten, Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten besser ab?
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Reisezeit

Malaysia besteht aus zwei voneinander getrennten Teilen, der Malaiischen Halbinsel im Westen und der Insel Borneo im Osten.

Malaysia teilt sich in die malaiische Halbinsel im Westen und einen Teil Borneos im Osten mit Singapur im Süden. Die Temperaturen liegen dort das ganze Jahr über bei 23–31 °C. Dazu kommt eine durchschnittliche Luftfeuchtigkeit von 87 %, die vielen Urlaubern zu schaffen macht.

Aufgrund der relativ geringen Regenmenge gelten die Monate Februar bis Oktober als beste Reisezeit für Singapur und den Osten der malaiischen Halbinsel. An der Westküste (inklusive Kuala Lumpur) bist mit den Monaten Dezember bis Februar gut beraten. Auf Borneo bietet sich die Trockenzeit von Mai bis September für Reisen an.

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Reisekosten

Auf den bunten Märkten Kuala Lumpurs macht die Souvenier-Suche nicht nur Shopaholics Spaß.

Bei diesem Punkt gibt es keine Zweifel: Singapur rangiert unter den teuersten Städten der Welt. Beinahe alles, von Unterkünften über Restaurants und Lebensmittel bis zu Kleidung und Transport, ist in Singapur deutlich teurer als in Malaysia – die Hauptstadt Kuala Lumpur inbegriffen.

Trotzdem lassen sich auch in Singapur Schnäppchen schlagen, z. B. wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst und in Little India oder Chinatown übernachtest und essen gehst. Gleichzeitig kannst du auch in Malaysia viel Geld ausgeben, etwa für importierte Produkte, westliches Essen, Alkohol, Zigaretten und Luxushotels. Im Durchschnitt bleibt Singapur jedoch das teurere Land.

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Infrastruktur

Die malaiische Halbinsel ist zum Großteil infrastrukturell sehr gut ausgerüstet.

Singapurs Ruf als futuristische, auf Hochglanz polierte Stadt kommt nicht von ungefähr: Die Straßen sind blitzblank, U-Bahn und Busse fahren auf die Sekunde genau, Telekommunikation, öffentliche Sicherheit und medizinische Versorgung sind hervorragend.

Auch wenn der große Bruder mit der fast schon beängstigenden Effizienz Singapurs nicht mithalten kann – Malaysia gehört zu den entwickeltsten Ländern Asiens: Die Straßen und öffentlichen Verkehrsmittel sind gut ausgebaut, genau wie Handynetze, Internet und medizinische Versorgung. Doch spätestens wenn du im ländlichen Raum unterwegs bist, wirst du den Unterschied spüren.

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Hotels

Pool mit Aussicht oder lieber Strand vor der Tür?

Sowohl Malaysia als auch Singapur halten eine große Auswahl an Unterkünften bereit: vom Backpacker-Hostel mit Mehrbettzimmern bis zum 5-Sterne-Resort.

Eine Oase des Komforts stellt Singapurs Marina Bay Sands Hotel dar, in dem die Nacht gut und gerne 400 Euro kostet. Highlight des Hotels ist der Infinity Pool in 191 Metern Höhe – ein besserer Blick auf die Stadt ist kaum vorstellbar.

Doch auch in Malaysia kannst du für den entsprechenden Preis im Luxus schwelgen, z.B. in den exklusiven Resorts der Badeinsel Langkawi, der hippen Metropole Georgetown oder in der Hauptstadt Kuala Lumpur. Noch dazu kannst du im Homestay bei einer malaysischen Gastfamilie die Kultur des Landes hautnah erleben. Wer abseits ausgetretener Pfade übernachten will, ist in Malaysia goldrichtig.

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Essen

Von Street Food bis zu High Cuisine findet in Singapur jeder Gaumen etwas.

Aufgrund der geografischen Nähe ist die Unterscheidung zwischen malaysischer und singapurischer Küche gar nicht so einfach. Typische Gerichte wie Hühnchen-Reis, Wontoon-Nudeln, würzige Laksa-Suppe oder in Brühe gekochte Rippchen bekommst du in beiden Ländern, allerdings mit geschmacklichen Unterschieden.

Insgesamt bietet Malaysia schon aufgrund seiner Größe mehr verschiedene kulinarische Variationen – je nachdem, ob du in Kuala Lumpur, nahe der thailändischen Grenze oder auf der Insel Borneo zu Tisch sitzt.

Das heißt aber nicht, dass Essen in Singapur eintönig wäre. Die Stadt besitzt eine Fülle an chinesischen, malaiischen, indischen und sogar italienischen, griechischen und deutschen Restaurants. Alleine mit der Auswahl an internationalen Lokalen können die wenigsten Städte Malaysias mithalten.

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Singapur vs. Kuala Lumpur

Ob die Gardens of the Bay oder die Petronas Towers - beide Städte haben herausragende Architektur zu bieten.

In vielen Punkten sind sich beide Metropolen ähnlich: Sowohl in Kuala Lumpur als auch in Singapur kannst du britische Kolonialbauten besichtigen, durch indische und chinesische Enklaven schlendern, traditionelle Tempel und Märkte besuchen und in idyllischen Parks entspannen.

Doch während Kuala Lumpur sich bemüht, Singapur in Sachen Effizienz einzuholen, lassen sich deutliche Unterschiede feststellen: Das Verkehrsnetz ist ein Quäntchen unübersichtlicher, Ausfälle häufiger, die Straßen nicht ganz so sauber, die Staus zur Rush Hour wesentlich länger. Dafür beschreiben viele Urlauber Kuala Lumpur als authentischer, weniger aufpoliert und kommerzialisiert, einfach „asiatischer“.

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Sehenswürdigkeiten

Zu sehen gibt es SIngapur und Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur besonders viel von oben.

Was futuristische Bauwerke angeht, hat Singapur ganz klar die Nase vorn: Von der Marina Bay lässt du deinen Blick über das 191 m hohe Sands Hotel, das unkonventionell designte ArtScience Museum und das an eine Durian-Frucht erinnernde Esplanade Theatre schweifen. Etwas weiter locken die Gardens by the Bay mit künstlichen Bäumen, die nachts in einer spektakulären Lichtershow erstrahlen. Hochmoderne, mehrstöckige Gewächshäuser mit botanischen Gärten, Regenwäldern und Wasserfällen stellen die Pflanzenwelt der Halbinsel zur Schau.

Malaysia hat nichts zu bieten, dass diese Symbiose aus Technik und Natur in den Schatten stellen könnte. Kuala Lumpur kontert mit den Petronas Towers – 6 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt. Und tatsächlich ist die Aussicht von der 170 Meter hohen Skybridge beeindruckend, genau wie vom nahen Fernsehturm. Doch ein tagesfüllendes Programm bieten die Wolkenkratzer der Hauptstadt nicht.

Mit dem Boot durch Regenwald oder ein Spaziergang auf riesigen künstlichen Bäumen?

Die Stärken Malaysias liegen woanders: zum Beispiel bei der malerischen Natur dieses Riesen-Landes. Fairerweise muss man anmerken, dass auch Singapur mit viel Grün aufwartet – etwa auf der Insel Sentosa, in den Botanischen Gärten oder im Thomson Nature Park. Doch die Erholungsgebiete in Singapur können es nicht mit dem endlosen Regenwald Borneos aufnehmen, in dem du Brüllaffen und Paradiesvögel beobachtest; auch nicht mit den geschwungenen Hügeln und Nebelwäldern der Cameron Highlands – Heimat der größten Blumen der Welt. Kurz: Wer malerische Natur sucht, sollte Malaysia den Vorzug geben.

Gleiches gilt für Badegäste. Zwar hat Singapur saubere Strände mit feinem Sand, guter Wasserqualität und vielfältigen Freizeitangeboten zu bieten. Jedoch sind die meisten davon künstlich geschaffen. An die Strände malaysischer Inseln wie Perhentian Besar, Langkawi und Tioman Island kommen sie nicht heran. Dort erwartet dich die wahre Tropenidylle mit azurblauem Wasser, üppigen Palmen, dicht bewaldeter Dschungelkulisse und einer bunten Unterwasserwelt.

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Malaysia vs. Singapur – das Fazit

Wenn du genug Zeit hast, dann solltest du dich für beide Reiseziele entscheiden.

Wer eine futuristische, hundertprozentig effiziente Großstadt sucht, in der die Zukunft bereits jetzt begonnen hat, sollte sich für Singapur entscheiden. Wenn du jedoch unberührte Natur und Strände der Extraklasse entdecken willst, ist Malaysia die perfekte Wahl. Auch Abenteurern und Budget-Travelern sei Malaysia ans Herz gelegt. Doch schon aufgrund der geografischen Nähe solltest du unbedingt beiden faszinierenden Reisezielen eine Chance geben.

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