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Malediven | Insights

Herzklopfen im Unterwasserreich

Schwimmen mit einem Walhai

Geschrieben von

Markus Feigelbinder

09.04.2018

Trotz intensiver Vorbereitung auf den Anblick des tonnenschweren Meeresgiganten lässt sich dieser außergewöhnliche Moment kaum in Worte fassen.
Man kommt den geheimnisvollen Riesen sehr nahe

Geheimnisvoller Riesenfisch

Seine große Anziehungskraft verdankt der Walhai, der seit 60 Millionen Jahren auf der Erde lebt, sicherlich auch der Tatsache, dass seine größten Geheimnisse bislang nicht gelüftet wurden. Das stattlichste bisher gemessene Tier war 13,7 m lang. Dabei fallen die stromlinienförmig und flach gebauten Fische mit breitem Maul und stumpfer Schnauze nicht nur durch ihre enorme Körperfülle auf.

Ihre bis zu 15 Zentimeter dicke Haut, mit grauer, blauer oder brauner Grundfarbe, ist mit cremefarbenen oder hellbraunen vertikalen Streifen und Punkten durchzogen. Von unten zeigt der größte aller Meeresfische hingegen eine einheitlich weiße Färbung. Jedes Tier ist in seiner individuellen Schattierung so einmalig, wie ein Fingerabdruck.

Sanft und mächtig zugleich.

Der Walhai fühlt sich weltweit in tropischen und subtropischen Gewässern bei einer Wassertemperatur zwischen 21 und 25 °C wohl. Die Tiere wechseln zwischen küstennahen und küstenfernen Jagdgebieten und legen dabei regelmäßig Entfernungen von bis zu 10.000 Kilometern zurück. Neben Plankton besteht die Nahrung der als Einzelgänger geltenden Kaltblüter aus Kleinstlebewesen wie Sardinen, Makrelen, Thunfischen und Krebsen, die sie oft in vertikaler Position direkt an der Wasseroberfläche aufnehmen. Durch Ansaugen des Wassers wird das Futter durch die Kiemen gepresst und filtriert.

Etwa 100 Jahre Lebenszeit erwarten den riesigen Fisch, dessen Artbestand sehr klein ist. Viele seiner Rückzugsgebiete sind noch weitestgehend unbekannt. Erst vor wenigen Jahren wurde die philippinische Küstenstadt Donsol - durch den Fund eines lebenden nur knapp 40 Zentimeter großen Jungtieres - als weltweit erstes Aufzuchtgebiet lokalisiert.

Der Tauchgang beginnt...

Endlich in einer der wenigen Walhai-Regionen angekommen werden die Besucher nach langer Reise mit kleinen Kähnen von den Riffgewässern hinaus aufs Meer gebracht. Dort warten weitere Boote mit der Tauchausrüstung und ihren Tauchführern. Per Flugbeobachtung wird die Position der Walhaie durchgegeben. Ist dies nicht möglich, ist Geduld gefragt, denn oft dauert es Stunden, bis ein Walhai an der Wasseroberfläche auftaucht. Ist es dann soweit, heißt es keine Zeit verlieren.

Schnelligkeit nicht die alleinige Kür

Dennoch ist Schnelligkeit nicht die alleinige Kür. Es gibt feste Regeln für alle. Zwar ist der Walhai ungefährlich für Menschen, verfügt jedoch über imposante Größe und Kraft. Vom Boot gestreift oder angefasst zu werden irritiert die scheuen Riesen bei der Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sind die Gruppen im Wasser klein. Die Taucher dürfen nur seitlich von den Tieren eintauchen und schwimmen.

Gleitet dann der bis zu über 10 Tonnen schwere Walhai endlich zum Greifen nah durch das tiefblaue Wasser, scheint die Welt stillzustehen. Faszination und respektvolles Erschrecken lassen das Herz vor Aufregung rasen. Der Anblick des sanften Giganten mit seiner samtig-matt schimmernden Haut ist schier überwältigend. Doch schon im nächsten Moment entschwindet er langsam wieder aus dem Sichtfeld und es bleibt gerade noch genug Zeit für ein Foto. Dieses und die Rückschau auf die kurze Begegnung erinnern noch lange an eines der spektakulärsten Erlebnisse, die das Unterwasserreich zu bieten hat.

In ständiger Begleitung gleiten die Riesenwale durch das Wasser

Lang gehegter Wunschtraum

Da die Walhai-Hotspots rar sind, bleibt diese einzigartige Erfahrung für viele eine lebenslange Sehnsucht. Taucher, Schnorchler und Naturliebhaber aus aller Welt fliegen hierfür bis nach Australien zum Ningaloo-Riff, auf die Philippinen nach Donsol oder Leyte, die Malediven, Thailand oder Kenia.

Auch der Tofo Beach in Mosambik und die mexikanischen Inseln Holbox, Contoy und Mujeres sowie die Halbinsel Cancún gehören zu den bevorzugten Destinationen. Wer jedoch auf eigene Faust reist, kann nie sicher sein, tatsächlich einen Walhai aus der Nähe zu sehen.

Eine exklusive Tauchsafari in kleinen Gruppen verspricht hingegen eine Reise zu den besten Tauchspots der jeweiligen Destination, die sonst von den Touristenschiffen nicht angefahren werden. Anreise und Aufenthalt werden von den Veranstaltern der Whale Shark Safaris organisiert und die Reisenden erwarten erstklassige Hotels und Safariboote mit einer Ausstattung, die keine Wünsche offen lässt.

Im Kreise von Gleichgesinnten, Reisebegleitern und mehrsprachigen Guides haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die Unterwasserlandschaften mit ihren farbenprächtigen Korallengärten und Höhlen zu erkunden und dabei mit den Walhaien zu tauchen. Ergänzt wird diese unbezahlbar eindrucksvolle Erfahrung durch Ausflüge in die exotische Inselwelt mit ihren paradiesischen Sandstränden. Ein Urlaub, der selbst die kühnsten Erwartungen noch übertrifft.