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Neuseeland | Insights

Wine Tasting - Die besten Weingüter in Neuseeland

Weine aus Neuseeland – erlesene Tropfen vom Ende der Welt

Geschrieben von

Andi Friedrich

09.05.2019


Die üppig grünen Landschaften Neuseelands einmal selbst zu erleben – davon träumen viele Reisende. Die Träume von echten Gourmets und Weinkennern gehen hier noch einen Schritt weiter. Sie möchten auch die Weingüter und Weine Neuseelands kennenlernen, die der faszinierenden Insel einen zusätzlichen Tropfen Charme verleihen. Seien es kulinarische Touren durch den pazifischen Inselstaat, die den Genuss in den Mittelpunkt der Reise stellen, oder spontane Weinverkostungen der berühmten neuseeländischen Weißweine, die den Aktivurlaub ergänzen – lass dich auf die neue Perspektive auf das Land ein und genieße deine Reise ans Ende der Welt in vollen Zügen!

Die Geschichte der neuseeländischen Weine

Die ersten Belege zum Weinanbau in Neuseeland gehen bereits auf die Kolonialzeit zurück: Die erste schriftliche Erwähnung kann auf das Jahr 1819 datiert werden, als ein britischer Missionar in seinem Tagebuch die Anpflanzung von 100 Weinstöcken in der neuseeländischen Region Kerikeri erwähnte.

Die Professionalisierung des Weinanbaus folgte nur wenige Jahre später 1833 und ist untrennbar mit dem Namen James Busby verknüpft. Der Weinexperte brachte aus dem australischen New South Wales, wo seine Familie das Weingut Hunter Valley betrieb, einige Weinstöcke mit, die er auf seinem Land in Waitangi kultivierte. Leider gingen die ersten Bestrebungen, einen modernen Weinanbau in Neuseeland zu etablieren, in den Wirren der Abstinenzbewegung und der damit einhergehenden rigorosen Gesetzgebungspolitik fast vollständig unter. Diese Situation, die ab 1908 den Weinverkauf verbot und den Ausschank von Weinen ab 1917 unter Strafe stellte, hielt bis 1960 den Inselstaat davon ab, seine fruchtbare Erde für den Weinanbau zu nutzen.

Der Weinanbau in Neuseeland geht auf das Jahr 1819 zurück.

Seit den 1970er Jahren begannen einige Freigeister und passionierte Weinliebhaber, Weinreben aus Europa zu importieren, wobei man vorwiegend zur Weißweintraube Müller-Thurgau griff, da sich diese sich durch besonders geringe Ansprüche an Boden und Klima auszeichnet. Ab 1992 führte der beliebte Chardonnay die Liste der am häufigsten angebauten Reben an, bis er schlussendlich 2005 vom leichten und spritzigen Souvignon Blanc abgelöst wurde. Die Anbaugebiete beschränkten sich zunächst auf die subtropisch geprägte Nordinsel, bis während der experimentierfreudigen 1990er Jahre auch die Südinsel mit ihrem gemäßigten Klima vom Weinrausch erobert wurde. Derzeit befinden sich Winzer, Ökologen und Geologen auf der Suche nach Möglichkeiten des experimentellen Weinanbaus in Neuseeland. Damit sollen neue Gebiete als Weinanbauregionen etabliert werden, um weiterhin am Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben und die Anhänger der Weine aus Neuseeland mit immer wieder neuen Kreationen zu überraschen. Wirtschaftlich betrachtet, besetzt der Weinexport den 8. Platz unter den neuseeländischen Exportprodukten, wobei die meisten Flaschen nach Großbritannien, Australien und in die USA verschifft werden.

Der Neuseeländische Wein ist auch in anderen Ländern beliebt und wird hauptsächlich nach Großbritannien, Australien und USA exportiert.

Weinregionen in Neuseeland

Sowohl auf der Nord- als auch auf der Südinsel finden sich bekannte Weinanbaugebiete. So kann man im touristischen Auckland die klassischen Weinregionen Kumeu, Henderson und Huapei besuchen. Hawke´s Bay stellt die älteste unter den Weinanbaugebieten dar, während der beste Chardonnay nach Meinung vieler Experten aus der Gegend rund um Grisborne stammt.

Auf der Südinsel findest du in Malborough das größte Weinanbaugebiet Neuseelands vor, das rund 80 % der gesamten Produktion abdeckt. Hierher führen die meisten Weintouren, wobei insbesondere Fairhall, das Wairau Valley und Waihopai angesteuert werden, um den berühmten Malborough zu verkosten. Das Waipara Valley gilt als das am schnellsten wachsende Weinanbaugebiet, das sich vorwiegend auf den Riesling und den Pinot Noir konzentriert.

Die meisten Weingüter in Neuseeland keltern den beliebten Sauvignon Blanc, den herben Spätburgunder und den kantigen Chardonnay. Diese neuseeländischen Weißweine nehmen einen Anteil von rund 82 % an der gesamten Weinanbaufläche Neuseelands ein.

Das größte Weinanbaugebiet Neuseelands findest du in Malborough, auf der Südinsel.

Mehr als nur ein Weingut: Die besten Weingüter Neuseelands

Bei einer Weinprobe darf auch der berühmte Schubert Wein nicht fehlen, der aus den Händen der deutschen Winzer Kai Schubert und Marion Deimling stammt. Die beiden Weinexperten haben sich am neuseeländischen Weinmarkt mit ihrem anspruchsvollen Pinot Noir etabliert, den sie in der Weinhochburg Martinibourough gedeihen lassen. Ein spannendes Bouquet voller satter Kirscharomen und Pfeffernoten sorgt für einen komplexen Abgang, der mehrfach ausgezeichnet worden ist. Weinverkostungen in Neuseeland führen dich auch in den Süden Aucklands, wo sich die Weinregion Waikato befindet. Immergrüne Hügellandschaften, die dich bestimmt an das Dorf Hobbiton erinnern werden – dieses kannst du übrigens hier auch besuchen – bergen mit ihrem maritimen, satten Klima das Geheimnis herausragender Weinspezialitäten. Besonders hervorzuheben ist hier ein Besuch des Weingutes Villa Maria, das zu den am häufigsten ausgezeichneten des ganzen Landes gehört. Bereits seit 1961 werden hier trockene Rot- und Weißweine gekeltert, die es zu einer internationalen Marke geschafft haben. Die ökologisch und nachhaltig angebauten Weine kommen aus dem Gebiet rund um Mangere und versprechen dir einen herausragenden Genuss von Gewürztraminer, Chardonnay und Verdelho.

Probiere dich bei einer Weinverkostung durch die edlen Tropfen des Landes: von Chardonnay über Gewürztraminer bis zu Verdelho.

Bei vielen Food-Touren durch Neuseeland wird auch die Region Central Otago nicht ausgelassen, die ohnehin mit ihren türkisfarbenen Seen und schneeweißen Gipfeln als eine der beeindruckendsten der grünen Insel gilt. Die südlichste Weinanbauregion der Welt ist mit bis zu 450 m über dem Meeresspiegel auch als die am höchsten gelegene Neuseelands. Hier findet man den keinen Ort Gibbston Valley, der als Hotspot für Pinot-Noir-Liebhaber gilt. Vor allem Valli Wines gilt als echtes Urgestein des Weinanbaus, da die ersten Schritte bereits 1993 gegangen wurden. Als dreifacher Gewinner der renommierten Weinwettbewerbs „Best Pinot Nior Trophy“ kann Grant Taylor mit Stolz behaupten, einen der besten Rotweine der Welt zu keltern.

Nicht nur Weinproben sondern auch Food Touren in der Region Central Otago begeistern Neuseelands Besucher.

Deinen Besuch des Abel Tasman Nationalparks auf der Südinsel kann ein Besuch eines Weingutes in der Nelson-Region hervorragend abrunden. Wähle aus den 25 Mitgliedern des Verbandes Nelson WineArt, der unter seinem Dach familiengeführte, kleine Weingüter vereint, die die handwerkliche Tradition bis zum heutigen Tage hochleben lassen. Vor der Kulisse der sanften Moutere Hills lässt du die komplexen Noten des hiesigen Chardonnays oder des intensiven Pinot Noir auf der Zunge zergehen. Experimentelle Weinsorten kannst du auf den Brightwater Vineyards probieren, die 2012 den Titel „Winzer des Jahres“ erhalten haben und den individuellen Charakter jeder Traube in ihren Weinen zelebrieren. Bio-Weine und sogar einige vegane Spezialitäten hat das Kaimira Estate in seinem Weinsortiment. Die Auswahl kann sich zudem mit der Tatsache schmücken, dass die Weine des Weingutes den kleinsten CO2-Fußabdruck hinterlassen und eine höchst effiziente Wassernutzung beanspruchen.

Besonders empfehlenswert: ein Besuch eines Weingutes in der Nelson-Region.