BW.Chobe Nationalpark
Botswana | Insights

Okavango-Delta vs. Chobe-Nationalpark

Das große Safari-Duell

Geschrieben von

Alice Baumann

03.02.2020

In Botswana buhlen zwei riesige Schutzgebiete um die Gunst von Besuchern: das Okavango-Delta und der Chobe-Nationalpark. Doch welcher Ort hat im großen Safari-Vergleich die Nase vorn?
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Lage und Geografie

Der Chobe-Nationalpark gilt als erster Nationalpark Botswanas.

Beide Naturschutzgebiete erstrecken sich im Norden Botswanas und grenzen aneinander. Rein flächenmäßig ist das Okavango-Delta mit 20.236 km² fast doppelt so groß wie der Chobe-Nationalpark. Allerdings handelt es sich nicht um einen zusammenhängenden Park, sondern um ein riesiges Gebiet, das in mehrere Konzessionen und die Moremi Game Reserve unterteilt ist. Die Landschaft besteht aus Flüssen, Sümpfen und Savannen, von denen manche saisonal überflutet werden.

Ähnlich präsentiert sich der Chobe-Nationalpark: mit ausgedehntem Grasland, dem träge fließenden Chobe-Fluss und den Sümpfen von Linyanti, die oft als „Okavango-Delta im Kleinformat“ bezeichnet werden.

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Klima und Reisezeit

Die Regenzeit verwandelt das Okavango Delta in eine wunderschöne Landschaft. Außerdem ist es die perfekte Zeit für Bird Watching.

Generell gelten die Monate April bis Oktober als beste Reisezeit für beide Gebiete. Dann strömen riesige Herden von Pflanzenfressern auf der Suche nach Wasser in den Chobe-Nationalpark und zu den anschwellenden Flüssen des Okavango-Deltas. Die Temperaturen sind angenehm warm und die Regengefahr hält sich in Grenzen.

In der Trockenzeit von September bis November kann es tagsüber drückend heiß werden. Jedoch ist diese Zeit perfekt, um viele Tiere auf einmal zu beobachten, da diese sich um die wenigen verbliebenen Wasserlöcher sammeln.

Die Regenzeit dauert im Norden Botswanas von November bis Mai. Dann sind viele Gebiete im Okavango-Delta und dem Chobe-Nationalpark überschwemmt und Straßen geschlossen. Jedoch eignet sich diese Zeit perfekt, um Jungtiere und Zugvögel zu beobachten. Auch die Kosten für Safaris und Unterkünfte sinken zur Nebensaison. Während der Regenzeit solltest du auf ausreichenden Malariaschutz achten.

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Reisekosten

Da generell die Wechselkurse vor Ort günstiger sind, empfehlen wir, Geld erst vor Ort zu tauschen.

Afrikas letzte wirklich wilde Landschaften zu sehen, hat seinen Preis. Im Chobe-Nationalpark solltest du mit mindestens 180 Euro am Tag rechnen, wenn du eine zweitägige Safarifahrt unternimmst und im Zelt übernachtest. Erschwinglich ist dagegen der Eintritt für den Chobe-Nationalpark, der 12 Euro pro Person und Tag beträgt.

Auch im Okavango-Delta kostet dich eine Safari inklusive Transport, Mahlzeiten und Tierbeobachtungen mindestens 140 Euro am Tag. Willst du das Delta auf einer Bootsfahrt kennenlernen, kannst du mit 35 Euro pro Stunde rechnen – wesentlich teurer als im Chobe-Nationalpark. Das alles ist jedoch ein Schnäppchen im Vergleich zu den privaten Konzessionen Okavangos, in denen Besucher gut und gerne 1.000 bis 4.000 Euro am Tag bezahlen. Am günstigsten ist eine Safari mit dem eigenen Geländewagen in der Moremi Game Reserve. Der Eintritt beträgt nur 10 Euro am Tag, jedoch musst du für Benzin, Essen und Übernachtung selbst sorgen.

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Infrastruktur und Erreichbarkeit

Entdecke die Parks von oben bei einer exklusiven Flugsafari.

Der Chobe-Nationalpark besitzt drei Eingänge und punktet mit guter Erreichbarkeit – egal ob mit dem Auto, Bus, Taxi oder Flugzeug. Wer es komfortabel mag, der bucht eine der zahlreichen geführten Safaris in Kasane, dem meist besuchten Teil des Parks. Wenn du eine Safari in abgelegener Landschaft bevorzugst, kannst du auch das Flugzeug von Kasane zu Savuti im Westen Chobes nehmen oder den Park mit dem eigenen Geländewagen bereisen.

Das Okavango-Delta besitzt nur einen Eingang, nämlich in der Kleinstadt Maun. Hier befindet sich auch der einzige internationale Flughafen der Region. Ein Flug ist empfehlenswert, da nur wenige Busse nach Maun fahren. Von dort geht die Reise weiter zu den Lodges und Konzessionen des Deltas oder in die Moremi Game Reserve. Das verbreitetste Verkehrsmittel ist das Kleinflugzeug, da die Anfahrt mit dem Auto lange und mühsam vonstattengeht.

Fazit: Beide Gebiete lassen sich mit geführten Touren und (in der Trockenzeit) als Selbstfahrer erkunden. Was Infrastruktur und Erreichbarkeit betrifft, liegt der Chobe-Nationalpark klar vorn. Jedoch musst du dort mit mehr Besuchern rechnen als im Okavango-Delta.

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Unterkünfte

Elefanten direkt vor der Lodge ist im Okavango Delta keine Seltenheit!

Sowohl im Okavango-Delta als auch im Chobe-Nationalpark steht dir eine große Auswahl von Unterkünften zur Verfügung. Wer Geld sparen will und mit spartanischer Ausstattung leben kann, übernachtet auf einem der Zeltplätze, die bereits für 10 Euro pro Nacht zu haben sind.

Komfortabler ist der Aufenthalt in einer Lodge mit eigenem Flugplatz, All-Inclusive-Service, klimatisierten Zelten und umfangreichen Safari-Möglichkeiten. Im Chobe-Nationalpark beginnen die Preise bei 450 Euro pro Nacht. 270 Euro sind es im Okavango-Delta, das daneben sehr teure Unterkünfte in den privaten Konzessionen besitzt. Dafür genießen Gäste dort das Privileg, abseits vieler Besucher auf Safari zu gehen.

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Tierwelt und Safari-Möglichkeiten

Im Chobe-Nationalpark kannst du bei einer Safari nicht nur Löwen hautnah erleben sondern auch andere Raubtiere, wie Fleckenhyänen, Geparde, Leoparden und Wildhunde.

Sowohl im Okavango-Delta als auch im Chobe-Nationalpark erlebst du Afrikas Artenvielfalt in Hülle und Fülle. Neben Elefanten, Büffeln, Gnus, Antilopen, Zebras und Giraffen lassen sich auch Löwen und Leoparden beobachten. Flusspferde und Krokodile tummeln sich in den Flüssen. Dazu kommen Affen, Wildhunde, Hyänen, Warzenschweine und zahlreiche Vogelarten. Während der Chobe-Nationalpark ganze 12.000 Elefanten beherbergt, punktet Okavango mit dem größten Vorkommen an Zebras in Botswana. Außerdem bekommst du dort mit etwas Glück seltene Nashörner zu Gesicht.

Beide Naturschutzgebiete halten eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten bereit, darunter: • Safarifahrten mit dem offenen Geländewagen • Buschwanderungen • Bootsfahrten • Angelausflüge

Im Okavango-Delta stehen daneben Flussfahrten mit dem traditionellen Mokoro-Boot und Helikopterflüge zur Verfügung. Noch mehr Auswahl bieten die privaten Konzessionen des Deltas. Dort kannst du Pirschfahrten und Wanderungen nach Einbruch der Dunkelheit unternehmen und hoch zu Ross auf Safari gehen – ideal um scheuen Tieren ganz nah zu kommen. Insgesamt bietet das Okavango-Delta also etwas mehr Abwechslung bei der Freizeitgestaltung.

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Okavango-Delta vs. Chobe-Nationalpark – das Fazit

Bist du ein Zebra-Fan? Dann ist Okavango perfekt für dich? Chobe Nationalpark hingegen hat eine sehr große Elefanten Population.

Der Chobe-Nationalpark zeichnet sich durch bessere Erreichbarkeit aus, was jedoch auch mehr Besucher mit sich bringt. Das Okavango-Delta ist schwieriger zugänglich und eignet sich daher besonders für alle, die es exklusiv und abgeschieden mögen. Preislich präsentieren sich die Reservate ähnlich: Sie lassen sich günstig als Selbstfahrer erkunden und besitzen preiswerte Zeltplätze. Teuer sind hingegen die Lodges, vor allem in den privaten Konzessionen des Okavango-Deltas. Sowohl Chobe als auch Okavango weisen eine riesige Artenvielfalt und vielfältige Safari-Möglichkeiten auf.

Die Unterschiede stecken im Detail. Darum sollte deine Entscheidung davon abhängen, welche Tiere du sehen und was du genau unternehmen möchtest. Wer genug Zeit hat, sollte unbedingt beide Safari-Gebiete besuchen.