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Ruanda | Insights

Naturspektakel erleben in Nationalparks in Ruanda

Naturschutz und Tourismus in Nationalparks in Uganda

Geschrieben von

Anna Maria Eichinger

17.03.2020

Eindrucksvolle Naturschönheiten und spektakuläre Tierbegegnungen begeistern dich in den Nationalparks von Ruanda, die Artenschutz und touristische Annehmlichkeiten miteinander verbinden.

Volcanoes Nationalpark

Der Volcanoes Nationalpark ist im Nordwesten von Ruanda zu finden. Unter Naturschutz steht hier seit 1969 ein Areal von 13.000 ha, das sich in der Grenzregion zu der Demokratischen Republik Kongo und Uganda ausbreitet. Der Name leitet sich von den fünf Virunga-Vulkanen ab, die von dem Schutzgebiet erfasst werden.

Die lange Geschichte des Vulcanoes Nationalparks reicht bis ins Jahr 1925 zurück, als auf einem Teilgebiet des heutigen Schutzareals der Albert Nationalpark als erster Nationalpark Afrikas von der belgischen Kolonialmacht angelegt wurde. Das Ziel war der Schutz der heimischen Berggorillas, die schon vor fast 100 Jahren unter strengem Artenschutz standen. Später erlangte der Volcanoes Nationalpark Berühmtheit durch die Naturschutzaktivistin Diane Fossey, die ihr Leben in den Dienst der gutmütigen Riesen stellte.

Beim sogenannten Gorilla-Trekking begibst du dich gemeinsam mit einem erfahrenen lokalen Führer direkt auf die Spuren der sanften Menschenaffen. Die tropischen Bergwälder begeistern mit einer vielfältigen Vegetation und erlauben es dir, die ursprüngliche, von Menschenhand unberührte Natur in all ihrer üppigen Pracht zu spüren. Passionierte Bergsteiger freuen sich auf das Erklimmen der fünf Vulkangipfel, wobei insbesondere der Vulkan Visoke heraussticht, an dessen Südhang die Grabstelle der Forscherin Diane Fossey gelegen ist. Neben den Gorillas beobachtest du die seltene Goldmeerkatze beim Tollen in den Baumkronen oder wirfst einen ausführlicheren Blick auf die bunten Schmetterlingsarten, die für grelle Farbtupfer inmitten des immergrünen Dickichts sorgen.

13 Primatenarten lassen sich im Nyungwe Nationalpark beobachten.

Nyungwe Nationalpark

Der Nyungwe Wald bildet das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet in Ost- und Zentralafrika. Seit 2012 steht der dichte Bergregenwald mit einer Ausdehnung von 970 km² im Westen Ruandas unter Naturschutz. Der immergrüne Wald, der mit seiner einzigartigen Biodiversität begeistert, breitet sich direkt auf den Ausläufern des Ostafrikanischen Grabenbruchsystems aus und reicht auf bis zu fast 3.000 Höhenmeter hinauf.

Um unvergessliche Naturbeobachtungen zu machen, lohnt sich eine ausgedehnte Wanderung durch das oftmals nahezu undurchdringlich scheinende Gebiet. Mit einem erfahrenen Führer, der die gut versteckten Wege in- und auswendig kennt, und festem Schuhwerk ausgestattet, geht es für dich in ein unvergessliches Abenteuer im undurchdringlichen Dschungel. Der Abenteuergeist wird mit der Chance belohnt, rund 75 Säugetierarten in der freien Wildbahn sehen zu können. Darunter finden sich auch 13 Primatenarten wie Schimpansen, Goldmeerkatzen, Mantelaffen und Ruwenzori Colobus Affen, die sich neugierig den menschlichen Besuchern nähern können, sich ansonsten trotz der aufrecht stehenden Gäste keinesfalls von ihrem Alltag abbringen lassen.

Um eine besonders gute Aussicht zu bekommen, empfiehlt sich ein Trekking-Tour auf dem Baumkronenpfaddes Nationalparks.

Beim Trekking durch den Bergregenwald, für das dir übrigens etwa 130 km an befestigten Wanderwegen zur Verfügung stehen, kommst du nicht nur an den fantasievollen Baumgebilden voller Lianen, Farne und über 100 Orchideenarten vorbei, sondern auch an rauschenden Bergflüssen und kristallklaren Wasserfällen. Jeder der 13 Hiking Trails ist auf unterschiedliche Konditionsverhältnisse konzipiert, die Strecken dauern eine bis acht Stunden.

Besonders gute Aussichten über das faszinierende Gebiet hast du vom Baumkronenpfad des Nationalparks aus. Der Canopy walkway erlaubt es dir in die Höhe zu den über 100 Jahre alten Baumkronen zu steigen und dort einen Blick auf die aufregende Artenvielfalt zu werfen, die sich in den höchsten Etagen der Nebenwälder Afrikas verbirgt.

Da es unmöglich ist, alle Highlights des Nyungwe Nationalparks an einem einzigen Tag zu sehen, lohnt sich für Naturliebhaber durchaus ein mehrtägiger Aufenthalt im gemütlichen Guesthouse bei der Teeplantage in Gisakura, das seine Tore für die Besucher der Nationalparks geöffnet hat.

2017 wurden erfolgreich schwarze Nashörner in den Akagera Nationalpark etabliert.

Akagera Nationalpark

Direkt an der Grenze zu Tansania breitet sich der rund 900 km² große Akagera Nationalpark rund um den gleichnamigen Ursprungsfluss des Nils aus. Das Gebiet, das durch eine malerische Fluss- und Seenlandschaft vulkanischen Ursprungs geprägt ist, wurde bereits 1934 unter der belgischen Kolonialherrschaft unter Naturschutz gestellt. Das sich stetig ausweitende Gebiet beherbergt nicht nur die größten Feuchtgebiete des Kontinents, sondern auch weite Baum-Savannen und ein schattiges Hügelland voller ausladender Schirmakazien.

Bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts galt der Akagera Nationalpark als arten- und wildreichstes Schutzgebiet – Löwen, Implalas, Zebraherden, Leoparden fanden sich hier neben Flusspferden, Krokodilen und vielen anderen Tierarten wieder. Der starke Bevölkerungsdruck, der durch die komplexen politischen Verhältnisse verursacht worden war, ließ das Gebiet immer weiter schrumpfen und die Wildbestände exponentiell abnehmen.

Heute ist man stolz darauf, dir beim Besuch des Akagera Nationalparks die wachsende Population an schwarzen Nashörnern präsentieren zu dürfen, die 2017 erfolgreich nach über 10 Jahren etabliert worden ist. Auch Löwen können heute bei einer Pirschfahrt rund um die Antilopen-Herden oftmals gesichtet werden. Ein besonderes Highlight stellt eine Bootsfahrt entlang der miteinander vielfach verbundenen Feuchtgebiete dar, die von dichtem Papyrus-Sumpf durchzogen werden: Über 500 Wasservögel sind hier heimisch und bieten eine spannende Gelegenheit Kormorane, Schreiseeadler oder auch Schuhschnäbel in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu dürfen.