Moai
Chile | Insights

Im Bann der steinernen Riesen

Die Osterinsel und ihre Sehenswürdigkeiten

Geschrieben von

Laura Schmitt

Sicherlich ist das Bild der riesigen menschenförmigen Steinskulpturen jedem bekannt. Viele Fragen sich jedoch, was es mit diesen gigantischen Figuren auf sich hat und wo man diese genau findet. Abgelegen, in den Tiefen des Südpazifik, findet man die Osterinsel, eine Insel voller beeindruckender Landschaften, Legenden und Mythen.

Eine Reise nach Rapa Nui

Die Osterinsel, von den Einheimischen auch Rapa Nui genannt, ist die westlichste Insel Chiles und liegt isoliert im südpazifischen Ozean, in der Inselregion Polynesien. Heute leben hier ca. 7.750 Menschen. Seit 1995 ist die Osterinsel als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Welterbes. Trotz ihrer abgelegenen Lage ist die Insel jährlich Ziel von tausendenen Besuchern aus der ganzen Welt, besonders aufgrund der legendären Moai-Statuen, die überall auf der Insel verteilt zufinden sind. Doch eine Reise auf die Osterinsel bringt Sie nicht nur dem Mythos der Moai näher, sondern auch in außergewöhnliche Naturparks, erloschene Krater und an verlassene Traumstrände.

Auf den Spuren der mysteriösen Moai-Statuen im Ahu Akivi

Kultstätten einer ausgestorbenen Hochkultur

Am Ostersonntag des Jahres 1722 geht der Niederländer Jakob Roggeveen auf einer bis dahin unbekannten Insel im Südpazifik an Land und trifft auf ihr auf die monumentalen Zeugnisse einer jungsteinzeitlichen Kultur. Der Insel gibt er den Namen Osterinsel. Die berühmten Steinfiguren, die Moai, sind noch heute Zeugnis dieser Hochkultur und lassen sich an zahlrechen Stätten der Insel erkunden. Die restaurierte Kultstätte Orongo liegt auf einer schmalen Klippe an der Südwestspitze der Insel. Rongo ist der Name des Gottes der landwirtschaftlichen Fruchtbarkeit und bedeutet auch Geräusch, Ton oder Laut. Von hier bietet sich ein überwältigender Blick über den pazifischen Ozean mit den drei der Osterinsel vorgelagerten Riffinseln. Das Ahu Tongakiri ist die größte Stätte der Ureinwohner. Viele seiner Moai wurden während der Kriege auf der Insel gestürzt und auch ein Tsunami hat diesen Ort im zwanzigsten Jahrhundert heimgesucht. Heute sind noch 15 der Moai-Statuen erhalten. Die Statuen stellten einst das spirituelle Verbindungsglied zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt dar. Als weitere sehenswerte Stätte gilt Ahu Akivi, hier lassen sich noch sieben Moai-Riesen, die sieben Botschafter genannt, in gleicher Formung und Größe bestaunen.

Orongo - Polynesische Schnitzereien und die Bird Man Insel im Hintergrund

Imposante Vulkanlandschaften

Die kleine Vulkaninsel überrascht mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. So gibt es einige Krater und Vulkanlandschaften, die das Herz von Geographie- und Naturliebhabern höher schlagen lassen. Ein Highlight ist der Rano Kau, der größte erloschene Vulkankrater am Südzipfel der Insel. Sein Gestein wird auf ein Alter von etwa einer Million Jahre datiert. Der Rano Raraku ist ein weiterer sehenswerter Vulkankrater, von dem wohl die Moais einst aus dem Fels geschlagen und von dort aus in alle Richtungen transportiert wurden. Vom Mount Tere Vaka hat man mit einer Erhebung von 511 Metern einen guten Aussichtspunkt über die Insel. Poike bildet den dritten erloschenen Vulkan der Insel und ist auf einer Halbinsel gelegen und als zweithöchster Punkt der Insel definitiv einen Besuch wert.

Der uralte Vulkankrater Rano Kau

Der schönste Strand der Insel und die Zweifensterhöhle

Auf der Osterinsel erwarten Sie nicht nur die mysteriösen Moai-Statuen und wunderschöne Vulkanlandschaften, sondern auch ein traumhafter weißer Sandstrand. Der Anakena Strand im Norden lädt seine Besucher zum Entspannen ein. Ein weiterer Ort, der bei vielen Reisenden nicht auf der Liste fehlen darf, ist die Kakenga Höhle, die aufgrund ihrer zwei Öffnungen auch Zweifensterhöhle genannt wird. Sie befindet sich an der Westküste der Insel. Besonders schön lassen sich hier Sonnenuntergänge beobachten. Zudem ist es möglich, auf der Osterinsel geführte Tauchgänge zu Korallenriffen zu unternehmen, Reittouren zu buchen und in zahlreichen Buchten zu surfen. Für besonders Kulturinteressierte gibt es auch ein Anthropologie-Museum.

Die Höhle Ana Kakenga eignet sich ideal, um Sonnenuntergänge auf Rapa Nui zu beobachten

Beste Reisezeit für die Osterinsel

Die Osterinsel weist ein tropisches bis subtropisches Klima auf, sodass die Temperaturen sowie die Niederschlagsraten relativ stabil sind. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 21 Grad Celsius, die kältesten Monate sind Juli und August mit maximal 22 Grad Celsius. Die wärmsten Monate sind Januar und Februar mit bis zu 29 Grad Celsius. Als beste Reisezeit gelten aufgrund angenehmer Temperaturen und geringer Niederschläge die Monate von Oktober bis März. Im März kommt es sogar zu Wassertemperaturen von bis zu 25 Grad Celsius.

Die beste Reisezeit für die Osterinsel ist von Oktober bis März

Transportmöglichkeiten zu und auf der Insel

Die Anreise per Flugzeug ist nur mit der chilenischen Airline LAN möglich. Diese bietet tägliche Verbindungen von der Hauptstadt Santiago de Chile und Papeete (Tahiti) nach Isla de Pascua (IPC) sowie saisonabhängige Verbindungen von Lima (Peru). Um sich auf der Insel problemlos fortzubewegen empfiehlt es sich die Sehenswürdigkeiten mit einem privaten Fahrer zu erkunden. Wer es weniger eilig hat, hat zudem die Möglichkeite sich ein Fahrrad zu mieten und die Umgebung auf zwei Rädern zu erkunden.

Kulinarische Köstlichkeiten und Unterkünfte

Auf der chilenischen Insel gibt es zahlreiche Fischgerichte, die größtenteils auf polynesische Art zubereitet werden. Auch die chilenischen Empanadas sind beliebt. Da auf der Insel Süßkartoffeln, Avocados, Guaven und Bananen angebaut werden, werden diese auch gerne in den verschiedenen Gerichten verwendet. Grundsätzlich sollte man mit etwas höheren Preisen als auf dem chilenischen Festland rechnen. In Hanga Roa werden Unterkünfte für jeden Geschmack und in jeder Preisklasse angeboten – von einfacheren Apartments über gemütlichen Eco-Lodges bis hin zu Luxusresorts.