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Sri Lanka | Insights

Foodguide: Sri Lanka

Eine Reise durch die verschiedenen Aromen Sri Lankas

Geschrieben von
Rebecca Hesse

2019-02-10

An den Garküchen und Märkten Sri Lankas vorbei steigen Ihnen kräftige Aromen in die Nase. Tauchen Sie ein in die würzige Essenswelt der Inselnation.

Auf Sri Lanka begeben Sie sich auf eine kulinarische Rundreise und lernen eine einzigartige Mischung aus Einflüssen verschiedenster Regionen der Erde kennen. Nicht zuletzt nimmt die Religion einen großen Einfluss auf das Essen Sri Lankas ein. Zwar sind Gerichte wie Curry für Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen gleichsam Grundnahrungsmittel – je nach Glauben gehören aber Rindfleisch, Fisch, Huhn oder Gemüse (nicht) in den Kochtopf. Neben den Kochtraditionen der einheimischen Tamilen und Singhalesen haben auch die einstigen Kolonialherren diverse Delikatessen mitgebracht.

Die Basics beim Essen: Sri Lankas Gewürze und Zutaten

Zur Grundlage der Küche Sri Lankas gehört eine Vielfalt an Gewürzen. Sie verleihen Reis, Eintöpfen und Brot intensive Aromen. Die meisten Einheimischen bevorzugen scharfe Gerichte. Chilis und Pfeffer sorgen für das richtige Feuer. Wer es etwas milder mag, kann in Restaurants und Hotels auch nachfragen, die Gewürzmischungen etwas dezenter einzusetzen. Zur Not kann man mit der Paste Pol Sambol immer nachwürzen. In die Curry-Kreationen gehören aber auch andere Geschmacksstoffe. Ceylon-Zimt, Koriander, Kreuzkümmel und Muskat kommen in den meisten Speisen zur Anwendung. Ein kaum aus der Küche Sri Lankas wegzudenkendes Lebensmittel sind die Linsen, die als typisches Gericht Dal zubereitet werden. Die Hülsenfrucht gibt es in Indien und auf Sri Lanka in allen Formen und Farben. Als Dal wird sie in einem würzigen Eintopf auf Grundlage von Kokosnussmilch, Kürbis oder Tomaten gekocht und passt perfekt zu Reis, Brot oder Süßkartoffeln.
Sri Lanka Gewürze
Gewürze sind in der Küche Sri Lankas nicht wegzudenken

Curry mit Reis in verschiedensten Variationen

Curry mit Reis ist das Nationalgericht Sri Lankas. Dabei hängt die genaue Zusammensetzung stark davon ab, in welchem Landesteil man sich befindet. Fast jedes Dorf nutzt seine eigene Gewürzmischung und kocht darin wahlweise Fisch, Huhn, Rindfleisch oder Gemüse. Als cremige Flüssigkeit wird Kokosnussmilch verwendet, die ein idealer Träger für die Gewürze ist. Im Unterschied zu den indischen Currys ist die Variante auf Sri Lanka deutlich dünnflüssiger. Ebenfalls in Indien kaum vertreten ist die Nutzung von Schweine- und Ziegenfleisch oder Krabben. Vegetarische Varianten sind mit Bittermelonen, Cashewkernen, Jackfrucht und Kartoffeln sehr beliebt. In hinduistischen Gaststätten werden überwiegend solche fleischlosen Kombinationen verkauft. Als Standardbeilage dienen die krossen Pappadam-Brote, Mango-Chutney und Pol Sambol, eine Mischung aus Tomaten, Chilis und Kokosraspeln.
Sri Lanka Curry
Curry - das Nationalgericht Sri Lankas

Hopper – Reisnudeln im Stil Sri Lankas

Hoppers sind eine Besonderheit in der asiatischen Cuisine. Es handelt sich um kleine Pfannkuchen, die aus Reismehl geformt und gebacken werden. Die Leckerbissen sind ein Klassiker an jedem Frühstückstisch auf Sri Lanka. Von den Engländern stammt vermutlich die Idee, den Teigfladen mit einem Spiegelei zu kombinieren. Ein absolutes Muss sind darüber hinaus String Hoppers. Hierfür wird der Teig in Streifen geschnitten und gedämpft. Resultat: schmackhafte Reisnudeln, die zu kleinen Nestern geformt und mit unterschiedlichen Soßen serviert werden – besonders beliebt sind wieder Mango-Chutney und Pol Sambol.
Sri Lanka Hopper
Traditionelles Frühstück mit Ei-Hopper

Roti-Brot und Kotthu-Stände

Bei den Rotis handelt es sich um flache Fladenbrote aus Weizenmehl, die als Beilage zu fast jedem Gericht gereicht werden. Sie fungieren auch als Ersatz für Besteck und lassen sich zur Aufnahme von Currys verwenden. Viele Sri-Lanker wickeln in die Rotis Gemüse oder Früchte mit verschiedenen Soßen ein. In den tamilischen Gemeinden gibt es an fast jeder Straßenecke Kottu Roti, eines der beliebtesten Streetfoods des Landes. Die Garköche schneiden das Brot in Streifen und braten es zusammen mit Eiern, Shrimps, Käse oder Fleisch an. Dazu wird eine scharfe Curry-Soße gereicht.
Roti mit Zwiebel-Chutney
Roti mit Zwiebel-Chutney

Dosa-Pfannkuchen und Chutney

Auch die Dosas sind flache, fladenartige Pfannkuchen, jedoch deutlich dünner als Hoppers oder Rotis. Die Besonderheit ist, dass der Teig aus Reis und Urdbohnen fermentiert wird. Hierdurch erhält er einen ganz eigenen Geschmack und passt bestens zu Soßen aus Linsen oder Tamarinden. Typisch sind die Dosas beim Frühstück, z.B. mit Mango- oder Kokosnuss-Chutney.
Dosa mit Chutney
Klassische Dosas mit Chutney

Reiskuchen Puttu

Die Herstellung von Puttus oder Pittos dauert seine Zeit. Der rote Reis wird mehrfach gedämpft, um immer klebriger zu werden. Hineingemischt werden Kokosnussraspeln, Kräuter und Gewürze. Die Mischung kommt in einen Zylinder aus Bambus, der anschließend in den Dämpfer gegeben wird. In dieser typischen Form serviert man Ihnen die Spezialität oftmals auf einem Bananenblatt. Dazu gibt es Roti-Brote und feurige oder fruchtige Soßen.
Puttu
Zwei Variationen des typischen Puttu

Idlis als leckerer Snack

Die Idlis sind eine Variation der Dosa-Pfannkuchen, die insbesondere bei den Tamilen sehr beliebt ist. Der Teig aus Reis und Urdbohnen wird dabei nicht flach ausgerollt, sondern zu kleinen ovalen Kuchen geformt. Durch das Dämpfverfahren entsteht ein leicht säuerlich schmeckendes, schwammartiges Gebäck, das zusammen mit Currys und Chutneys gerne zum Frühstück gegessen wird.
Idlis
Idlis mit Kokosnusschutney auf einem Kerala Blatt

Häppchen: Ulundu Vadai, Wadis, Samosas und Fischbällchen

Sri Lanka ist ein tolles Land, um viele kleine Gerichte hintereinander zu probieren. Die Garküchen bereiten so jede für sich eine bestimmte Spezialität zu, die man direkt in den Mund nehmen und genießen kann. Versuchen Sie es beispielsweise mit Ulundu Vadai, bei denen es sich um frittierte Reismehl- und Urdbohnenkuchen ähnlich der Idlis handelt. Die Leckerbissen werden meist noch mit Curryblättern, Ingwer, Kreuzkümmel und Chili aufgepeppt. Bisweilen kann man sogar Garnelen im Teig finden. Passend dazu dippt man die knusprigen Snacks in verschiedene Soßen.
Ebenfalls durchfrittiert werden die Wadis, die sich Ihnen in der Form eines Donuts präsentieren. Die Wadis bestehen meist aus Weizenmehl und gehen durch einen bestimmten Hefeanteil im Öl auf. Tipp: Mit Garnelen schmecken die Häppchen besonders gut. Wenn Sie von dem leichten Fischaroma auf den Geschmack gekommen sind, können Sie auch gleich die Fish Cutlets probieren. In den panierten und frittierten Kügelchen befinden sich meist gehackter Fisch oder Garnelen. Teils sind die Cutlets auch mit Rindfleischfüllung erhältlich, so vor allem in muslimischen Restaurants.
Samosas werden Sie vielleicht schon aus der indischen Küche kennen. Die Teigtaschen kommen aus der britischen Kolonialzeit und verbinden europäische und orientalische Kochtradition. Im Inneren ist meist ein Mus aus Kartoffeln, Erbsen oder Linsen. Einige Garküchen bieten auch Samosas mit Reis oder Hackfleisch an.
Ulundu Vadai
Ven Pongal Mit Vadai Sambar und Kokosnuss Chutney

Fisch und Meeresspeisen

Durch die Lage Sri Lankas im Indischen Ozean dürfen Fisch- und Meeresspeisen natürlich nicht fehlen. An der Küste können Sie in zahlreichen Restaurants Fischcurrys probieren oder sich einfach nur eine leckere Languste bestellen. Etwas für echte Gourmets sind die gegrillten Shrimps und feurigen Chilikrabben. Gute Optionen, um diese Gerichte zu kosten, finden Sie in der Hauptstadt Colombo, z.B. in den Restaurants Buba Beach und Ministry of Crab.
Fischcurry Sri Lanka
Köstliches Fischcurry aus Kerala

Zum Nachtisch: Sri Lankas Süßigkeiten

Süß darf es auf Sri Lanka selbstverständlich auch werden. Zum Nachtisch kann man sich dabei gesund von tropischen Früchten wie Jackfruit, Mango, Kokosnuss oder Papaya ernähren. Ein Klassiker ist außerdem Halapa: An vielen Straßenecken werden Sie die gefüllten Kanda- oder Bananenblätter sehen, in deren Inneren eine süßliche Füllung aus Hirsemehl, Kokos und Palmzucker auf Sie wartet. Aus dem holländischen und portugiesischen Raum sind die Watalappams nach Sri Lanka gekommen. Hierfür werden Kokosmilch, Kondensmilch, Rosinen, Eier und Palmzucker zu einem dicken Pudding angerührt. Verfeinert wird das Ganze mit Kardamom, Vanille, Muskat und Cashewkernen. Auf keiner tamilischen Hochzeit darf diese Speise fehlen.
Affe isst
Nicht einmal die Äffchen können ihre Finger von den süßen Früchten lassen

Wo sollte man am besten auf Sri Lanka essen?

Die Küche Sri Lankas lernen Sie am besten in den Garküchen kennen. Hier probieren Sie sich ganz einfach durch die vielen kleinen Häppchen durch und begeben sich auf eine wahre Aromareise durch das Land. Wer vegetarische Gerichte aus Linsen und Curry bevorzugt, ist in den hinduistischen Restaurants des Landes richtig. Die Köche verstehen sich bestens darauf, fleischlose Kost perfekt zuzubereiten. In der Hafenstadt Trincomalee finden Sie die Sarvodaya Road, die zu den besten Orten für Streetfood überhaupt gehört. Aushängeschild sind vor allem die Meeresspeisen, die frisch aus dem nahegelegenen Indischen Ozean kommen. In Colombo ist der Mount Lavinia mit seinen zahlreichen Bars und Gaststätten eine gute Option, um sich mit dem Essen Sri Lankas vertraut zu machen. In diesem Viertel bieten vor allem höherklassige Restaurants ihre Dienste an. Lohnenswert ist außerdem ein Ausflug ins Hochland. Kehren Sie beispielsweise in einem Bauernhof ein und kosten Sie echte Hausmannskost aus Sri Lanka. Bei einem Besuch der Teeplantagen können Sie außerdem herausbekommen, was echtes Ceylon-Aroma wirklich bedeutet.