Ayers Rock
Australien | Insights

Ayers Rock - der wohl bekannteste Fels der Welt

Uluru alias Ayers Rock: der heilige Berg Australiens

Geschrieben von

Anna Maria Eichinger

11.11.2019

Der Uluru oder Ayers Rock ist der heilige Berg der australischen Aborigines und mit seiner kräftigen roten Farbe eines der absoluten Highlights im Outback.

Der Ayers Rock ist als Tafelberg im Herzen von Australien eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Kontinents. In der Sprache der Ureinwohner wird dieser auch Uluru genannt, und tatsächlich hat sich der Name mittlerweile international durchgesetzt. Das rote Gestein, das sich so unvermittelt wie ein Kasten aus der Wüste erhebt, strahlt seit Jahrhunderten eine geheimnisvolle Magie aus. Für die Aborigines ist der Uluru ein höchst heiliger Ort. Entsprechend sind manche Wege hinauf zum Plateau für respektvolle Urlauber tabu. Dennoch lassen sich auf vielen erlaubten Pfaden die eindrucksvollen Felswände erkunden und die traumhafte Aussicht über das weite Land genießen.

Der Uluru stellt immer ein imposantes Fotomotiv dar!

Der Ayers Rock: Australiens bekannteste Sehenswürdigkeit

Jeder, der nach Australien reist oder sich für die Natur dieses einzigartigen Kontinents auf der Südhalbkugel interessiert, wird das berühmte Fotomotiv kennen: Weite, wüstenartige Landschaften, aus denen unvermittelt ein rostroter Felsklotz emporsteigt. Der Inselberg Ayers Rock ist das Wahrzeichen Australiens schlechthin und gilt vor allem für Reisende auf einem Roadtrip durch das Outback als Must-See. Seinen englischen Namen erhielt der 348m hohe Berg Ende des 19. Jahrhunderts von William Gosse. Mittlerweile ist aber unlängst der Begriff Uluru üblich, der von den Aborigines stammt. Diese kannten den vor mehr als 600Mio. Jahren entstandenen Felsblock natürlich weit vor den Ankömmlingen aus der westlichen Welt.

Bemerkenswert sind die schieren Ausmaße des Ulurus. Nicht nur die Höhe von fast 350m beeindruckt, sondern auch die Länge von etwa 3,6km. In der Breite misst der Ayers Rock etwa 1,9km – wer einmal um den Berg herumlaufen möchte, muss für die Wandertour ganze 9,4km einplanen. Bei kleineren Zwischenstopps lassen sich urige Höhlen erkunden. Schmale Felsvorsprünge bieten hervorragende Ausblicke bis zur Simpsonwüste, die sich östlich des Uluru ausbreitet.

Rund um den Berg selbst wird die Vegetation etwas dichter. Aus dem roten Sand wachsen Mulga- und Bloodwood-Bäume sowie Sträucher. Wenn ihr hier in aller Ruhe die Natur beobachtet, könnt ihr zudem Tiere wie Emus, Kängurus und Kamele entdecken.

Dem heiligen Berg so nah - auf einer Wanderung um den berühmten Uluru bekommt ihr ganz neue Perspektiven zu sehen

Uluru: ein Heiligtum für die Ureinwohner

Seit mehr als 10.000 Jahren leben die Angehörigen des Stammes der Anangu-Aborigines rund um den Uluru. Sie sehen in dem markanten Berg ein Heiligtum, eine Art Naturgottheit, die mit Respekt und Ehre behandelt werden sollte. Von der langen Geschichte des Ayers Rock als Kultstätte zeugen vor allem die frühzeitlichen Felsmalereien. Auf einer Wanderung kannst du selbst die Zeugnisse der Urzeit entdecken. Tipp: Mit einem professionellen Reiseführer vor Ort erfährst du genauere Details zur Bedeutung der Bildnisse.

Wer die Gelegenheit hat, mit den Ureinwohnern zu reden, wird von spannenden Legenden und Mythen rund um den Berg hören. Die meisten Geschichten stammen aus der Traumzeit, der Epoche der Schöpfung in den Religionen der australischen Aborigines. Vieles dreht sich um geheimnisvolle schlafende Echsenfrauen, in die sich die Stammesangehörigen verliebt haben sollen. Hieraufhin sei ein großer Kampf zwischen den Aborigines ausgebrochen. Hinweise auf die Legende lassen sich in großer Anzahl in den Höhlen rund um den Uluru finden.

Bereits in den 20er Jahren machte die australische Regierung den Uluru zum Nationalpark und Reservat für die Ureinwohner. Daraufhin entbrannte ein früher Besucheransturm, der in den 40er Jahren mit dem Straßenbau einen ersten Höhepunkt erreichte. Ab 1977 wurde das Areal offiziell zum Eigentum der Anangu. Gleichzeitig entstanden jedoch Campingplätze und ein Urlauberdorf namens Yulara Resort. Schließlich erhielt der Ayers Rock auch in der englischsprachigen Verwendung den Namen der Aborigines – Uluru. Wer die heilige Stätte heute erkunden möchte, sollte mit Respekt kommen. An vielen Stellen sind Fotos unerwünscht, so an den Orten Mala Punta, Warajuki und Taputji.

Die Aboriginies sehen den Uluru als Heiligtum

Anreise zum Naturwunder Ayers Rock

Um den Ayers Rock zu besuchen, müsst ihr in das innerste Herz von Australien fahren. Der dortige Nationalpark Uluṟu Kata Tjuṯa liegt knapp 440km südwestlich von Alice Springs, der bekannten Wüstensiedlung im Outback des Northern Territory. Die Ortschaft ist 1.500km von allen anderen größeren Städten entfernt. Entsprechend gut solltet ihr euren Roadtrip zum Uluru planen. Nehmt ausreichend Wasser und Essen, Ersatzreifen und Benzin mit. Ein Zwischenstopp in Alice Springs selbst ist empfehlenswert, um weiteren Proviant einzukaufen und sich erstmal von der langen Fahrt auszuruhen.

Die wichtigste Verbindungsstraße zum Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark ist die A87. Der Highway beginnt in Port Augusta, etwa 300km nördlich der Metropole Adelaide. Der Hafenort ist eine wichtige Wegmarke für alle, die von Melbourne oder Sydney aus zum Uluru reisen möchten. Alternativ könnt ihr von Sydney aber auch quer durch New South Wales auf der A32 nach Westen fahren und bei Port Augusta die A87 erreichen. Von hier aus sind es etwa 1.200km bis nach Alice Springs. Der Uluru liegt 1.300km entfernt.

Eine weitere Option ist die Anreise vom Norden aus. Von der Stadt Darwin im Northern Territory sind es 2.000km bis zum Reiseziel. Neben Alice Springs gibt es weitere Dörfer, in denen ihr einen Zwischenstopp einlegen können, u.a. in Marla, Ghan, Yulara und Imanpa. Wer nicht selbst mit dem Auto fahren möchte, kann die Greyhound-Busse nach Yulara oder den Flieger von Alice Springs, Perth, Cairns, Sydney oder Melbourne zum Ayers Rock Connellan Airport nutzen.

Auf dem Weg zum Uluru legt ihr oft einige hundert Kilometer zurück ohne einer Menschenseele zu begegnen. Daher seid am besten gut vorbereitet!

Die besten Wanderwege rund um den Uluru

Der 4km lange Liru Walk ist der bekannteste Wanderweg am Uluru. Die Strecke beginnt am Kultur- und Besucherzentrum, in dem ihr euch einen ersten Überblick über Geschichte und Natur des Ortes machen könnt. Anschließend folgt ihr 1,6km bis zu einer Abzweigung zum Base und zum Mala Walk. Der Liru Walk führt rund um den Berg und eröffnet nach Regenfällen ein traumhaftes Blütenmeer. Auf der Mala-Strecke könnt ihr Felsenmalereien und die majestätische Kantju-Schlucht bewundern. Besonders eindrucksvoll sind die Sonnenuntergänge in diesem Teil des Nationalparks.

Eine deutlich längere Wandertour ist der 10,6km lange Uluru Base Walk, der einmal rund um den Berg führt. Viele Abschnitte sind angenehm ruhig und bieten gute Möglichkeiten, um die australische Natur relativ für sich alleine kennenzulernen. Hier warten imposante Felswände und Canyons, Bloodwood-Bäume und Wasserläufe auf euch. Ein weiteres Highlight ist das Wasserloch Mutitjulu, das man vom Parkplatz Kuniya nach etwa 1km erreicht. Der Ort ist perfekt für Tierbeobachtungen, beispielsweise von Bussarden. In der Stille plätschern gemächlich Wasserfälle auf den sonst so trockenen Boden.

Unterwegs auf dem 4 Kilometer lange Liru-Walk - die bekannteste Wanderung rund um den Uluru

Was könnt ihr noch am Uluru unternehmen?

Beeindruckend ist der Uluru nicht zuletzt aufgrund seiner Färbung, die sich je nach Sonnenstand ändert. Bekannt ist das kräftige Rostbraun und Rot, für das der Berg in aller Welt bekannt ist. Bisweilen kommen auch Grau- Orange- und Brauntöne zum Vorschein. Viele Foto-Fans zieht es mit ihrem Equipment daher zu verschiedenen Tageszeiten her, insbesondere zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Für Kulturinteressierte werden Touren von den Aborigines selbst organisiert. Lohnenswert ist außerdem eine Fahrradtour, die auf etwa 15km um den Uluru herumführt. Mit einem Ranger als Reiseführer entdeckt ihr außerdem die verschiedensten Tierarten und Pflanzen in dem Nationalpark.

Nach einem aktiven Tag an der frischen Luft könnt ihr eine der Kunstgalerien der Aborigines besuchen und Gemälde, Schnitzwerke und Schmuck kaufen. Teilweise werden sogar Workshops organisiert, in denen ihr das Kunsthandwerk selbst erlernen könnt. Beliebt sind die abendlichen Barbecues unter Sternenhimmel. Bei einem solchen Dinner könnt ihr u.a. gegrilltes Känguru- und Straußenfleisch probieren.

Der Uluru von einer Aussichtsplatform bei Sonnenaufgang

Die beste Reisezeit für einen Roadtrip zum Uluru

Am besten besucht ihr den Uluru und die Nationalparks im Herzen von Australien zwischen Mai und September. In diesem Zeitraum ist das Klima deutlich kühler als in den heißen Sommermonaten. Im Juni, Juli und August können ihr mit etwa 20°C bis 23°C rechnen. Im Vergleich zu den bis zu 36°C im Dezember ist das Wetter entsprechend weitaus angenehmer. Wanderungen, Radtouren und andere Aktivitäten an frischer Luft sind dann einfacher zu bewältigen. Zudem ist das Farbenspiel in diesem Zeitraum deutlich intensiver als in der Zeit von Oktober bis April.

Die Nationalparkverwaltung empfiehlt, Wanderungen vor allem morgens zu beginnen und ausreichend Wasser bei sich zu tragen. Offiziell ist der Uluru im australischen Winter von etwa 06.00 bis 19.30 Uhr zugänglich. In bestimmten Fällen werden die Wanderwege kurzfristig gesperrt, wenn z.B. die Temperaturen über 36°C steigen, wenn Regen oder Sturm zu erwarten ist oder die Wolken unterhalb des Gipfels hängen. Der Zutritt ist außerdem eingeschränkt, wenn rituelle Zeremonien der Anangu stattfinden.

Am Ayers Rock könnt ihr besonders beeindruckende Sonnenuntergänge erleben