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Vietnam | Insights

Vietnamesische Küche à la française

Französische Note in vietnamesischen Garküchen

Geschrieben von

Alice Baumann

20.08.2018

Was vietnamesisches Essen und die französische Cuisine gemeinsam haben? Auf den ersten Blick nicht viel. Die Unterschiede sind enorm und doch: man findet sie, die französische Note.

Fischsoße gegen Creme und Butter

Kein Käse, kein Gebäck und keine Gänseleber. Stäbchen hier, Gabel und Messer dort; gemeinsame Mahlzeiten hier, individuelle Portionen dort; Fischsoße und Sojasauce versus Sahne und Butter - und können Sie sich einen französischen Gourmet vorstellen, der auf einem winzigen Plastikstuhl in einer Pariser Brasserie sitzt? Wesentliche französische Komponenten konnten sich im Osten offensichtlich nicht durchsetzen.

Und doch: als die Franzosen das Land im 19. Jahrhundert kolonisierten, brachten sie natürlich auch ihr Essen mit. Daher haben viele vietnamesische Gerichte westliche Wurzeln. Beweise?

Zu Besuch auf vietnamesischen Märkten

Namensgeber?

„Bánh mì“, das vietnamesische Baguette und einer der beliebtesten Snacks des Landes, stammt aus dem Wort „pain de mie“, was einfach Toast bedeutet. Und „Pho“, das ultimative Nationalgericht Vietnams, trägt seinen Namen von „Pot au feu“, einem französischen Rindergulasch (vermutlich deshalb, weil die Franzosen hartnäckig „pho“ wie „feu“ aussprechen).

Die vietnamesische Note

Die Vietnamesen haben es nie versäumt, einigen französischen Gerichten eine besondere lokale Note zu verleihen, zum Beispiel indem sie den Rezepten regionale Zutaten untermischten. Schließlich bietet die vietnamesische Küche selbst eine enorme Vielfalt an Gerichten und Aromen im ganzen Land. Von den herzhaften Gerichten des Nordens, über die spritz-fruchtigen zentralvietnamesischen Köstlichkeiten, bis hin zu den süßen südlichen Speisen.

Das vietnamesische Nationalgericht: Pho

Bánh mì

Das vietnamesische Baguette wird zum Beispiel aus Reismehl zubereitet und häufig mit gegrilltem Fleisch und eingelegtem Gemüse belegt, was eine gesündere Variante zum französischen Pendant darstellt.

Das vietnamesische Baguette: Bánh mì

Bánh patê sô

Diese heiße Pastete stammt aus der Bretagne und besteht aus pikantem Blätterteig, der die Füllung aus saftigem Fleisch umgibt. Das beste und originellste wohlschmeckende französisch-vietnamesische Knabbergebäck ist jedoch ein Mini-Schweinebanh patê sô aus einer Bäckerei. Ein leichter Genuss mit reichhaltigem Geschmack. Der Kuchen enthält oft Pilze, Zwiebeln und manchmal sogar Nudeln.

Bánh patê sô

Bánh Flan

Ganz einfach, Crème Caramel. Dieses Dessert wird gekühlt mit einer Kaffee- oder Karamellsauce serviert, die über die weiche Karamellspitze gegossen wird, und die Vietnamesen machen es sogar noch schmackhafter, indem sie der Mischung Kokosnussmilch hinzufügen, wenn sie die Puddingbasis herstellen.

Bánh Flan oder Crème caramel?

Kaffee

Die Franzosen führten den Kaffee im 19. Jahrhundert nach Vietnam ein und seitdem ist er fester Bestandteil der modernen vietnamesischen Gesellschaft geworden. Coffeeshops sind ein Zentrum der sozialen Interaktion. Heute der zweitgrößte Exporteur von Kaffee weltweit, wird der Kaffeetrinker mit einem schokoladigen, bitteren, köstlichen Abgang belohnt.

Ein vietnamesischer Kaffeefilter

Fanciness

Mit dem neuen Lebensmittelangebot hat sich eine gewisse Neugier auf die Vietnamesen gelegt. Je internationaler die Stadt wird, desto weniger schrecken vor gastronomischen Abenteuern zurück. "Fusion" ist das neue Zauberwort in Vietnams Oberklasse-Küche, die östliche und westliche Speisentraditionen zu atemberaubenden neuen Geschmacksrichtungen kombiniert.