Neues aus dem Morgenland
Isfahan, du Schöne!
Der Iran ist unbegreiflich
Die Dimension der Warmherzigkeit, der Herzlichkeit und der Freigiebigkeit seiner Menschen ist für mich etwas völlig Neues. Die natürliche, so selbstverständlich wirkende Freundlichkeit der Iraner lässt mich hier jede Nacht mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen, und an jedem neuen Tag staune ich noch mehr.
Oft hörte oder las ich von Ländern mit besonders gastfreundlichen Einwohnern, doch selten habe ich es so umfassend erlebt. Hier im Iran ist eine andere Welt, und ich will versuchen, es mit ein paar Erlebnissen etwas fassbarer zu machen. Gleichzeitig bin ich ein wenig bekümmert, weil ich mir sicher bin, dass es unmöglich ist, dieses Gefühl in seiner Gänze zu vermitteln …
Auf den Straßen, in den Bazaren lächeln mich die Menschen an oder stoppen für ein kleines Schwätzchen – das Interesse ist groß, jedoch ohne, dass ich etwas kaufen soll.
Schöne Mädchen schauen mich mit ihren dunklen Augen an
... lächeln heiter, und ihre natürliche Anmut ist bezaubernd. Bemerkenswert viele trauen sich sogar und fangen ein Gespräch an, manche üben ihr Englisch, andere flanieren mit mir herum und sprechen von ihren Zukunftsträumen. Vorwiegend endet das im Tausch der Handynummer oder einer Einladung zur Familie nach Hause, wenn der Vater danebensteht und milde lächelt. Zugegeben: Es klingt wie eine Träumerei spätpubertärer Jungs, aber mir gefällt’s auch ziemlich!
Mittendrin statt nur dabei
Ich schlendere durch die große Imam Khomeini Moschee von Isfahan, und unversehens verbringe ich die nächsten vier Stunden in einem spannenden Gespräch mit einem muslimischen Lehrer bei ein paar Gläsern Tee.

Vom Beginn des Universums bis zum Konflikt mit Israel behandeln wir alle Themen. Konvertiert bin ich aber doch nicht, auch wenn mein Gesprächspartner einige interessante Argumente auf Lager hatte ...
Mit Freunden sitzen wir in den Abendstunden auf einem Mäuerchen im Imam Square, dem Zentrum Isfahans, und genießen die friedlich fröhliche Atmosphäre. Die picknickenden Familien lachen und entzünden ihre Wasserpfeifen, es dauert nicht lange, da bringt der erste Mann uns ein Tablett mit Tee und Zucker… Kaum haben wir ausgetrunken, kommt ein weiterer Mann einer anderen Gruppe und bringt uns Obst! Was kann man tun, außer glücklich zu sein?
Selten ist es mir auch passiert, dass Leute mich um Fotos baten, und sich höflich bedanken, wenn man es genommen hat! Hier ist es üblich. Gern geschehen!
Meine Aufregung über die fantastischen Menschen überstrahlt sogar die märchenhaften Dinge, die es, besonders hier in Isfahan, zu bestaunen gibt: Orient pur, herrliche Moscheen und wunderschöne Paläste mit reichen Ornamenten verziert, blau gekachelte Kuppeln und atmosphärische Bazare, durch die man, ohne zu einem Kauf genötigt zu werden, schlendern kann.