Die Felsenstadt Petra in Jordanien
Jordanien | Stories

Wunder zwischen Sand und Geröll: Die Felsenstadt Petra

Petra: Die atemberaubende Felsenstadt in Jordanien

Geschrieben von

Anna Maria Eichinger

Inmitten der Wüste versteckt sich zwischen den engen Wänden einer Schlucht eines der eindrucksvollsten Weltwunder – die Felsenstadt Petra in Jordanien.

Eines der ersten Bilder von Jordanien ist das magische Petra. Die antike Felsenstadt war einst das Zentrum der nabatäischen Kultur und befindet sich eingerahmt von bizarren Gesteinsformationen am Rande der legendären Weihrauchstraße. Seit der Wiederentdeckung sind die historischen Tempelanlagen, Inschriften und Reliefs Teil eines der berühmtesten Wahrzeichen im Nahen Osten. Erfahren Sie hier alle Informationen, die Sie für einen Besuch von Petra beim Urlaub in Jordanien benötigen.

Die Felsenstadt zieht jeden Besucher in ihren Bann

Geschichte der Felsenstadt

Die Nabatäer formten das erste Großreich arabischen Ursprungs. Im 1. Jahrhundert v.Chr. ließen sie in der Wüste des heutigen Jordaniens Städte und Tempel errichten und kontrollierten von hier aus den Handel in der Region. Weit vor der Entstehung des muslimischen Glaubens huldigte man einem vielfältigen, polytheistischen Götterbild und verehrte Duschara und Al-Uzza an. Beide Figuren lassen sich auch an den Reliefs der Felsenstadt Petra wiederfinden.

Zu Reichtum gelangten die Nabatäer unter ihrem Herrscher Aretas III. und dehnten sich weit über den Mittleren Osten aus. Unter ihm und seinen Nachfolgern entstanden auch viele der Tempelanlagen, die Sie heute in Petra bewundern können. Niedergang und Vergessen des Imperiums begannen erst mit der zunehmenden Macht der Römer und der islamischen Araber in der Spätantike.

Wiederentdeckt wurde Petra Anfang des 19. Jahrhunderts von Jean Louis Burckhardt. Die Schriften von Lawrence von Arabien machten es später weltweit bekannt. Seither ist die geheimnisvolle Felsenstadt mit ihren aufwendigen Verzierungen und Relieffiguren eine der größten Attraktionen im Mittleren Osten.

Auch Kamele eignen sich als perfektes Fotomotiv

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Petra

Khazne al-Firaun

Eines der namhaftesten Bilder von Jordanien ist Petras Schatzhaus des Pharaos, auch Khazne al-Firaun genannt. Die Anlage befindet sich unmittelbar am Eingang der engen, sich geradezu wellenartig durch das Tal schlängelnden Schlucht. Die Säulen und Emporen sind insgesamt 40m hoch und erinnern ein wenig an die Architektur des alten Griechenlands.

Ursprünglich wurde Khazne al-Firaun als das Grabmal des Königs Aretas IV. angelegt. Im Inneren wird schnell deutlich, dass die verschiedenen Kammern als letzte Ruhestätte gestaltet worden sind. Unterhalb des Gebäudes sollen sich viele weitere Nekropolen befinden.

Bei genauerem Hinsehen werden Ihnen die Einschusslöcher an der Fassade auffallen. Schatzjäger vermuteten hinter dem Mauerwerk große Mengen Gold und versuchten, dem vermeintlichen Geheimnis mit rabiaten Mitteln auf den Grund zu kommen. Stattdessen wurden nur Skelette und Keramik entdeckt. Wer Lust hat, kann dem Pfad hinauf auf den Felsen folgen und erhascht von den Felsklippen einen außergewöhnlichen Blick auf das Schatzhaus.

Das wohl bekannteste Fotomotiv in Petra: das Schatzhaus des Pharaos

Felsentempel Ad Deir

Mit einer Höhe von fast 40m und 50m Breite ist der Felsentempel Al Deir eines der bedeutendsten Wahrzeichen in Petra. Das in den Stein gehauene Gebäude stammt Vermutungen nach aus dem 1. Jahrhundert v.Chr. und wurde als Mausoleum verwendet. Die Inschriften sprechen hier unentwegt vom nabatäischen König Obodas I. Im Mittelalter zogen sich Mönche in diese abgeschiedene Region zurück und lebten im Ad Deir, um sich auf Gott und ihre Religion konzentrieren zu können.

Im Vergleich zu den anderen Sehenswürdigkeiten liegt der Felsentempel Al Deir etwas abseits. Der Ausflug dauert zu Fuß etwa 2h. Für die Tour sollten Sie unbedingt ausreichend Wasser und Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor mitnehmen. Vor allem im Sommer kann es in diesem Teil der jordanischen Wüste sehr heiß werden. Auf dem Weg gibt es ein kleines Café im Felsen, das traumhafte Aussichten garantiert.

Die Wanderung zum Felsentempel Ad Deir lohnt sich definitiv

Altes Stadtzentrum

Das alte Stadtzentrum war einst der Treffpunkt der in Petra lebenden Menschen und ein wichtiger Verkehrsknoten für die vorbeiziehenden Weihrauchhändler. Von den früheren Wohnhäusern, Unterkünften und Tavernen ist heute nur noch wenig übriggeblieben. Am einstigen Markt sind noch die Überreste des Temenos-Tors und der byzantinischen Basilika erkennbar. Der große Tempel stand einst im Zeichen der beiden Hauptgötter Duschara und Al-Uzza. Sehenswert ist außerdem die Säulenstraße in diesem Bereich.

Römisches Theater

Kurz hinter dem Schatzhaus des Pharaos wartet das Theater aus der Römerzeit auf Sie. Mit bis zu 45 Sitzreihen ist die Anlage eine der größten ihrer Art im Nahen Osten. Eindrucksvoll ist das Abflusssystem, das die Nabatäer hier installiert haben. Nehmen Sie sich reichlich Zeit, um die vielen Fresken und Reliefs zu betrachten. Sie sollten auch nicht versäumen, einen Blick von oben auf das Theater zu werfen. Hierfür geht es über kleinere Pfade hinauf auf die Felsen über der Schlucht.

Das römische Theater

Die Königswand und die Gräber

Vom Theater aus gelangt man zur Königswand mit ihren 13 Gräbern. Die Nekropolen wurden vermutlich im 2. Jahrhundert angelegt. Die Grabnischen reihen sich an dieser Stelle schnurgerade aneinander und gelten als beliebte Fotomotive. Zu den markantesten Objekten an der Königswand gehört das Palastgrab mit reichen Reliefs an der Fassade. Die Säulen ragen mehr als 45m in den Himmel.

Praktisch zu wissen

Anreise nach Petra in Jordaniens

Die meisten Urlauber kommen mit dem Flugzeug in Amman an oder reisen über Israel nach Jordanien. Bei der Reise über Israel müssen Sie zusätzliche Sicherheitsbefragungen vor allem bei der Ausreise in Kauf nehmen. Eine andere Variante ist der Flug nach Akaba am Roten Meer. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher in das berühmte Wadi Rum mit seinen skurrilen Felsformationen. Bis nach Petra sind es von hier etwa 130km.

In Amman trennen Sie ca. 240km vom Reiseziel. Die Strecke verläuft entweder quer durch die Wüste oder am Toten Meer vorbei nach Süden. Der Kings Highway führt direkt in das kleine Dorf Wadi Musa, das einige der wichtigsten Hotels der Region beherbergt. Von hier aus sind es noch 1,5km bis zu den Felsentempeln. Das letzte Stückchen gehen Sie am besten zu Fuß und genießen Natur wie Architektur bei einer faszinierenden Wanderung. Für die komplette Strecke bis zum Ad Deir benötigt man ungefähr zwei Stunden. Alternativ können Ausflüge mit Kamelen unternommen werden.

Wer nicht mit dem Mietwagen fahren möchte, kann in Amman und Akaba die Busverbindung oder eine exklusive Tour nach Petra buchen. Die Standardfahrt kostet etwas über 20€. In Amman fahren die Linienbusse meist am Morgen gegen 6:30 Uhr los. Alternativ sind die preiswerten Minibusse eine Option.

Absolut sehenswert: die Felsenstadt bei Nacht

Petra at Night

Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag können Sie Petra bei Nacht besuchen. Hierfür benötigen Sie ein Tagesticket und können zusätzlich das Event buchen. Ab 20:30 Uhr ist es möglich, die Felsenstadt im Kerzenschein kennenzulernen. Die gesamte Schlucht und das uralte Schatzhaus werden dann von den flackernden Flammen erhellt. Die gesamte Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden.

Eintritt und wichtige Informationen

Der Eintrittspreis variiert, je nachdem, ob Sie in Jordanien oder in einem der Nachbarländer übernachten. Tagesbesucher aus Israel oder Ägypten bezahlen mit über $120 etwas mehr für den Tagespass als Jordanienurlauber, die mit etwa $70 rechnen müssen. Ein mehrtägiger Aufenthalt lohnt sich im Übrigen. Hierfür werden Zwei- und Dreitagetickets angeboten. Für ausländische Studierende gibt es keine Vergünstigungen.

Wer das Kulturgut Petra in vollem Umfang kennenlernen und erleben möchte, sollte mindestens zwei Tage einplanen. Einen ersten Überblick verschaffen Sie sich bei einer Wanderung von morgens bis abends. Für spannende Abzweige zum Beispiel hinauf zu den Felsen mit traumhaften Perspektiven über die Anlage ist ein zweiter Tag empfehlenswert.