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Vietnam | Stories

Von Norden bis Süden: die Highlights im Land der Pagoden

Die beste Route für eine Vietnam Rundreise

Geschrieben von
Rebecca Hesse

Eine Rundreise durch Vietnam führt zu alten Kaisertempeln, malerischen Reisterrassen, dem Meereslabyrinth der Halong Bay und zum Delta des mächtigen Mekongs.

Innerhalb von etwa einem Monat lässt sich Vietnam im Urlaub von Norden nach Süden erkunden. Egal ob mit dem Motorrad, Auto, Bus oder Bahn – ein solcher Roadtrip eröffnet Ihnen einzigartige Perspektiven auf die Natur Südostasiens und das quirlige Alltagsleben der Vietnamesen von Hanoi bis Saigon.

Der Norden zwischen Reisterrassen und Halong Bay

Hanoi entdecken

Vietnams Hauptstadt Hanoi ist ein guter Anfang für eine Rundreise durch das südostasiatische Land. Für ein paar Tage können Sie sich in der pittoresken Altstadt aufhalten und bei aromatischem Kaffee von einer der Dachterrassen das bunte Treiben auf den Straßen beobachten. Hier transportieren Händler mit ihren Sackkarren exotische Früchte zu den Märkten. Markant sind ihre kegelförmigen Hüte – Aushängeschild und Souvenir Vietnams.

Neben klassischen Sehenswürdigkeiten in Vietnams Hauptstadt wie dem Mausoleum des früheren kommunistischen Staatsgründers Ho Chi Minh, dem Jadeberg-Tempel und dem konfuzianischen Literaturtempel gibt es allerlei Geheimtipps für Hanoi. Besuchen Sie beispielsweise das berüchtigte Gefängnis Hanoi Hilton. Sehenswert ist außerdem der Nachtmarkt, der jedes Wochenende in der Altstadt bzw. dem Viertel der 36 Straßen abgehalten wird.

Märkte und Straßenecken sind die besten Orte, um die vietnamesische Küche kennenzulernen. Hier wird meist nur eine Speise zubereitet – in vielen Fällen die Bandnudelsuppe Pho mit verschiedenen Fleischeinlagen und natürlich reichlich Chili, Limetten und Koriander. Für einen kleinen Happen zwischendurch sind die leichten Sommerrollen Goi Cuon und der klebrige Reis Xoi empfehlenswert.
Hanoi
Die Hauptstadt Hanoi

Rund um Hanoi: Sa Pa und die Reisterrassen

Der Norden von Vietnam hat aber weitaus mehr zu bieten als allein die dynamische Metropole Hanoi. Spektakuläre Berg- und Dschungellandschaften, Kinder, die mit Herden von Wasserbüffeln die Reisterrassen hinaufreiten, abgeschiedene Farmen und natürlich die weltbekannte Halong Bay sind es wert, für eine bis anderthalb Wochen in der Gegend zu bleiben.

Etwa 300km sind es bis zum Dörfchen Sa Pa unweit der chinesischen Grenze. Unter vielen Vietnamreisenden ist diese Gemeinde ein heißer Tipp, um zu Wandertouren aufzubrechen. Was an der Region vor allem fasziniert, sind die an den Hängen angelegten Reisterrassen. Diese werden von kleinen Bambuswäldchen und dichtem Dschungel eingerahmt.

Betrieben werden die Reisfelder von den lokalen Stämmen, die übrigens ethnisch wie sprachlich nicht zu den Vietnamesen gehören. In Sa Pa können Sie mühelos Kontakt aufnehmen und gegen eine Aufmerksamkeit sogar zu einer der Farmen eingeladen werden. Eine solche Tour ist auch viel persönlicher. Das Besondere an Vietnam ist, dass man sich spontan auf die freundlichen Menschen vor Ort einlassen kann.

Halong Bay

Um die Halong Bay, also das berühmte Weltnaturerbe zu erreichen, nehmen Sie zur Abwechslung einmal den Zug. Die Bahnverbindung führt durch eine reizvolle Landschaft und bringt Sie bis in die Hafenstadt Haiphong. Dort geht es mit dem Boot vorzugsweise zu einer der größten Insel Vietnams – Cat Ba.

Verbringen Sie auf dem Eiland einige Tage – es lohnt sich. Vor allem der Dschungel im Inland verlockt zu geführten Motorradtouren oder Wanderungen. Nach unvergesslichen Entdeckungen wird es aber noch spektakulärer: Die Fischer haben sich mittlerweile auf die Urlauber eingestellt und offerieren ihren Gästen ein Rundum-Sorglos-Programm.

Lehnen Sie sich auf den Dachterrassen der traditionellen Schiffe zurück und genießen Sie den Blick auf das unwirkliche Meereslabyrinth aus moosbewachsenen Kreidemonolithen. Nur echte Profis können hier navigieren wie die Fischer, die auf kleinen Ponton-Inseln mitten im Meer leben. Viele der Bewohner organisieren für die Gäste Ausflüge mit dem Kajak von den Ponton-Dörfern zu einigen der Kreidefelsen und Meereshöhlen.
Halong Bucht Vietnam
Atemberaubend: die Halong Bucht

Zentralvietnam: Das gibt es hier zu sehen

Für die meisten Urlauber ist die alte Kaiserstadt Hué die nächste Station auf einer Rundreise durch Vietnam. Zu Recht: Zwar wurde der imperiale Palast im Vietnamkrieg stark beschädigt, dennoch können sich die Besucher ein lebhaftes Bild davon machen, wie die Nguyen-Dynastie einst hier lebte und ihre Regierungsgeschäfte betrieb.

In den Unterkünften vor Ort werden verschiedene Touren angeboten – der Klassiker ist der Ausflug zu den Kaisergräbern am Parfümfluss. Diese Sehenswürdigkeit sollte tatsächlich nicht versäumt werden. Uralte Gesteinspagoden, Moos, Dschungel, plätscherndes Wasser und vom Fluss aufsteigender Nebel schaffen eine regelrecht mystische Atmosphäre.

Wer mehr von der Zeit des Vietnamkriegs erfahren möchte, kann in die alte Demilitarisierte Zone, die einstige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam fahren. Hier befinden sich noch viele der Tunnelsysteme des Vietcongs. Einige der Gänge wurden verbreitert, sodass die Urlauber sich selbst einen Einblick vom Leben im Untergrund machen können. Besichtigt werden können des Weiteren die Überreste des Ho-Chi-Minh-Pfades, eines Versorgungsweges, der vom Norden quer durch den Dschungel nach Südvietnam führte.

Da Nang und Hoi An: Malerische Fischerstädte

Eine der wohl schönsten Eisenbahnstrecken von Vietnam erstreckt sich von Hué nach Da Nang. Der Zug schlängelt sich schnaubend durch die Berge und über die Klippen an der Küste entlang. Unvergessliche Eindrücke sind da garantiert! Mit etwas Zeit können Sie einen kleinen Zwischenstopp in den Marmorbergen einlegen. Es handelt sich dabei um fünf unvermittelt aus der Erde emporsteigende Felskegel, die allesamt von Grotten unterhöhlt sind. Der wohl interessanteste Berg ist der Thuy Son, an dem Sie mehrere Pagoden und Kultstätten bestaunen können.

Da Nang ist heute eine vergleichsweise moderne Stadt. Wirtschaftlich erlebt der Ort einen enormen Aufschwung und hält entsprechend viele Annehmlichkeiten für westliche Urlauber bereit. Zu den großen Wahrzeichen gehören in Da Nang der buddhistische Tempel Linh Ung und die Drachenbrücke.

Wer es etwas historischer mag, fährt in das nahegelegene Fischerdorf Hoi An. Die Gemeinde blickt auf eine mehr als 2.000 Jahre alte Geschichte zurück und wurde einst vom Volk der Cham gegründet. Heute kann man in Hoi An buddhistische, konfuzianische und hinduistische Tempel bewundern. Eindrucksvoll ist zudem die japanische Brücke. Mehr über die Geschichte von Hoi An erfahren Sie im Kulturerbemuseum und in den Museen für Volkskultur und Keramikhandel. Wer sich für die Seidenherstellung interessiert, sollte das alte Champa Seidendorf besuchen.
Hoi An
Malerische Fischerdörfer sind das perfekte Fotomotiv

Saigon: Hauptstadt des südlichen Vietnams

Die breiten Boulevards, die gotische Kirche von Notre-Dame und die belegten Baguettes zeugen von der langen Kolonialgeschichte Vietnams. Die Franzosen haben Saigon ihren Stempel aufgedrückt und bis heute viele kulturelle Eigenheiten hinterlassen. Heute trägt die Metropole den Namen des Staatsgründers Ho Chi Minh und versprüht ihr ganz eigenes Flair.

Allein auf dem Ben-Thanh-Markt kann man Stunden, wenn nicht Tage verbringen. An hunderten Ständen werden Früchte und Süßigkeiten, Reis und Gemüse, Fleisch und Backwaren verkauft. Zudem lassen sich einmalige Souvenirs ergattern. Die Preise für westliche Besucher liegen zwar normalerweise etwas höher, die Shops des Marktbetreibers setzen jedoch auf feste Preise. Wer nach alternativen Einkaufsorten sucht, ist auf dem Ba Chieu Second Hand und in Chinatown richtig.

Eine beeindruckende Attraktion in Saigon ist der Wiedervereinigungspalast. Wo einst die Präsidenten Südvietnams residierten, wurde vieles in dem Zustand belassen, in dem es sich nach Ende des Krieges befand. Speziell im fünften Stockwerk erhält man einen Einblick in die Zeit der letzten Kriegstage im Frühjahr 1975.

Ein Wahrzeichen der modernen Architektur wartet mit dem Bitexco Financial Tower auf die Reisenden. Hoch auf dem Wolkenkratzer befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man einen herrlichen Blick über das Zentrum und den Saigon-Fluss werfen kann. Ebenfalls empfehlenswert ist der Aufstieg zum Saigon Skydeck.
Saigon
Viele Gebäude erinnern an die Kolonialgeschichte Vietnams

Reisen durch Vietnams Mekongdelta

Bei einer Rundreise durch Vietnam darf ein Abstecher ins Mekongdelta natürlich nicht fehlen. Seit Jahrtausenden leben die Menschen hier im Einklang mit dem Wasser, haben Pfahlbauten errichtet und Fischfarmen angelegt – ihre Produkte verkaufen Sie auf schwimmenden Märkten wie in Can Tho. Die Händler bieten ihre Waren hier direkt vom Boot aus an. Einen Besuch der Märkte sollte man sich nicht entgehen lassen.

Neben Can Tho gibt es viele weitere Attraktionen, die Sie im Mekongdelta nicht verpassen dürfen. Das verschlafene Dorf Sa Dec ist mit seinen schönen kleinen Cafés und Märkten ein echter Geheimtipp. Auch Chau Doc an der kambodschanischen Grenze ist mit seinen Chiliplantagen einen Ausflug wert. In der Nähe kann man die Dörfer muslimischer Einwanderer aus Malaysia aufsuchen und mehr über deren Leben im Delta erfahren.

Finale der Rundreise durch Vietnam: Entspannung auf Phu Quoc

Viele Urlauber reisen von diesem Teil Vietnams gleich weiter nach Kambodscha, um sich den prächtigen Königspalast in Phnom Penh und die antiken Ruinen von Angkor Wat anzusehen. Von Chau Doc, aber auch von Saigon aus lassen sich direkte Verbindungen finden. Wer seinen Urlaub in Vietnam fortsetzen möchte, besucht zum Abschluss einer abenteuerreichen Rundreise gerne die Ferieninsel Phu Quoc. Kilometerlange Strände, tropisches Flair und klares Wasser zum Schnorcheln und Tauchen sind beste Voraussetzungen, um die Erlebnisse der vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen.
Ferieninsel Phu Quoc
Traumhafte Strände auf der Ferieninsel Phu Quoc