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Die feuerspeienden Giganten Costa Ricas

Die 5 sehenswertesten Vulkane in Costa Rica

Geschrieben von

Andi Friedrich

08.11.2019

Rotglühende Lavamassen, schwarze Aschewolken und dampfende Kraterseen: Erlebe die raue Schönheit der Feuerberge und besuche Costa Ricas schönste Vulkane.

Sie sind feuerspuckende Giganten, die uns einen Einblick erlauben in das Inferno, das im Inneren der Erde wütet: Vulkane. Inmitten der unberührten Regenwälder Costa Ricas erheben sich einige der spektakulärsten Feuerberge der Welt. Ob seit Jahrtausenden schlafend wie der Cerro Chato oder immer wieder aus unruhigem Schlummer erwachend wie Poás und Arenal, faszinierend sind sie alle. Finde deine ganz persönlichen Favoriten unter den Vulkanen in Costa Rica!

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Arenal: wilder Bilderbuch-Vulkan

Ein üppiger tropischer Regenwald umrahmt den schönen Vulkan in Arenal

Der Arenal liegt in der Provinz Alajuela im Norden von Costa Rica. Mit seiner symmetrischen Kegelform sieht er aus wie ein Vulkan aus dem Bilderbuch. Wenn Rauch und Asche aus seinem Krater aufsteigen und glühende Lavaströme an seinen Hängen hinabrinnen, fühlt man sich in die Urzeit zurückversetzt. Kein Wunder, dass der 1.670 m hohe Schichtvulkan zu den beliebtesten Ausflugszielen von Costa Rica zählt. An seinem Fuß erstrecken sich malerische Kaffeeplantagen, der gigantische Arenal-Stausee und das beschauliche Städtchen La Fortuna. Von hier ist es nur ein Katzensprung zum Mistico Arenal Hanging Bridges Park. Bei einem zweistündigen Rundgang über wogende Hängebrücken bieten sich Ihnen atemberaubende Ausblicke auf Costa Ricas Regenwälder. Da sich der Arenal in einem rund 400 Jahre währenden Dornröschenschlaf befand, glaubte man bei seiner Erstbesteigung im Jahre 1937 anfangs noch, einen gewöhnlichen Berg zu erklimmen. Seit der Arenal erwacht ist, gilt er allerdings als einer der unberechenbarsten Vulkane von Costa Rica. Ab 1968 brach er knapp 41 Mal am Tag aus. Seit Oktober 2010 ruht der Arenal wieder. Wie lange wird er diesmal schlummern?

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Cerro Chato: Riese im tausendjährigen Schlaf

Der imposante Fortuna-Wasserfall mit seinem türkisblauen Wasserbecken

Direkt neben dem Arenal liegt der 1.140m hohe Schichtvulkan Cerro Chato. Im Gegensatz zu seinem temperamentvollen großen Bruder ist der Cerro Chato schon seit 3.500 Jahren inaktiv. So konnte sich in seinem Krater ein rund 500m großer Kratersee bilden, zu dem von La Fortuna aus regelmäßig Wanderungen organisiert werden. Ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe ist der imposante Fortuna-Wasserfall. Seine Wassermassen ergießen sich aus einer Höhe von 70m in ein natürliches Becken mit türkisblauem Wasser. Nimm ein erfrischendes Bad inmitten der tropischen Natur und fühl dich wie ein Südseekönig!

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Irazú, der grollende Berg

Der Irazú mit seinem smgaragdfarbenen Kratersee

Etwa 50km von Costa Ricas Hauptstadt San José entfernt findest du den Irazú, einen Vulkan der Superlative. Der „grollende Berg“, wie sein Name in der Übersetzung lautet, gilt mit seinen 3.432m nicht nur als höchster Vulkan Costa Ricas, sondern auch als einer der gefährlichsten. Er liegt im ältesten Nationalpark des Landes, gegründet im Jahr 1955. Im Hauptkrater befindet sich ein gelbgrüner Schwefelsee, der mit seiner leuchtenden Farbe zu den beliebtesten Fotomotiven der Region zählt. Auf dem Aussichtspunkt Cerro Alto Grande kannst du gleich wieder die Kamera zücken. Von hier kann man bei schönem Wetter Atlantik und Pazifik sehen. Und zwar gleichzeitig! Prominenten Besuch hatte der Irazú auch schon: Neil Armstrong verglich seine Beschaffenheit mit der Mondoberfläche. Und während eines heftigen Ausbruchs am 13. März 1963 weilte US-Präsident John F. Kennedy auf Staatsbesuch in San José. 500m hoch wurden glühende Gesteinsbrocken in die Luft geschleudert. Diese Eruptionsphase dauerte bis 1965 an. Der letzte nennenswerte Ausbruch des Irazú ereignete sich 1994. Seither gibt sich die Diva unter Costa Ricas Vulkanen relativ friedlich.

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Poás: Hier gibt’s Saures!

Der Poás spuckt immer wieder Geröll und Aschewolken aus

Auch Poás in der Provinz Alajuela gehört zu den Spitzenreitern unter den Vulkanen Costa Ricas. Mit seinen 2.708m Höhe nicht ganz so riesig wie der Izarú, besitzt er dafür gleich zwei zauberhafte Kraterseen: Laguna Botos und Laguna Caliente. Letzterer zeichnet sich durch seine intensive türkisblaue Farbe aus. Zum Baden eignet sich der Caliente trotz seines bezaubernden Anblicks aber nicht. Das ätzende Wasser hat einen der sauersten pH-Werte der Welt. Die Aussichtsplattform am Kraterrand bietet Wagemutigen einen spektakulären Ausblick auf die dampfende Wasseroberfläche. Wenn du einen Vulkan in Aktion erleben willst, ist der Poás das richtige Reiseziel für dich. Seit April 2017 ist der schlafende Riese unruhig geworden und spuckt immer wieder Geröll und Aschewolken aus.

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Rincón de la Vieja: sagenhafter Feuerspucker

Dampfende Schlammlöcher rund um den Rincón de la Vieja weisen darauf hin, dass es unter der Oberfläche brodelt

Diesem 1.916m hohen Vulkan in der Provinz Guanacaste fielen in den 1990er Jahren weite Teile der Umgebung zum Opfer. Seit dem Sommer 2017 hat er sich wieder beruhigt. Heiße Quellen und dampfende Schlammlöcher weisen aber darauf hin, wie es unter der Oberfläche brodelt. Der Rincón de la Vieja fällt bei dieser Aufzählung ein wenig aus der Reihe, da es sich bei ihm nicht wie bei den anderen um einen Schicht-, sondern um einen komplexen Vulkan handelt. Das bedeutet, er besteht aus mehreren unterschiedlichen Vulkantypen. Machen wir nach diesem kleinen Exkurs in die Welt der Wissenschaft auch noch einen Ausflug ins Land der Mythen und Sagen: Der Name dieses Vulkans bedeutet „Ort der alten Frau“. Dies geht auf eine Legende der indianischen Ureinwohner zurück. Eine Prinzessin verliebte sich in den Häuptling eines verfeindeten Stammes, woraufhin ihr Vater den ungeliebten Schwiegersohn in den rauchenden Vulkankrater stieß. Die trauernde Witwe harrte bis zu ihrem eigenen Tod am Kraterrand aus.