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Bolivien | Top Listen

Die Top 9 Sehenswürdigkeiten in Bolivien

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bolivien

Geschrieben von

Marie-Theres Rüttiger

21.04.2020

Vom größten Salzspiegel der Welt zu roten Lagunen und pinken Flamingos. Erkunde einzigartige Inka-Ruinen und eine vielseitige Flora und Fauna. Hier findest du die schönsten Highlights Boliviens.
1

Salar de Uyuni

Die Salar de Uyuni ist eines der größten Naturspektakel Südamerikas und gilt als beliebtes Fotomotiv!

Ein riesiger Salzteppich erstreckt sich auf über 10.000 km² im Südwesten Boliviens. Salar de Uyuni – so lautet der Name der Salztonebene, die als größte der Erde gilt. Wie die meisten der Salztonebenen entstand Salar de Uyuni durch das Austrocknen eines Sees. Vor etwa 40.000 Jahren existierte hier der See Tauca, der sich jedoch über die Jahrtausende in eine Salzwüste verwandelte. Heute gilt die einmalige weiße Salzwüste als bedeutender Lieferant von Salz, Kalium und Lithium. Etwa sieben Prozent des Weltvorrats von Lithium sind in Bolivien zu finden, der größte Teil in der Salar de Uyuni. Die Salzebene von Salar de Uyuni gilt als eines der beliebtesten Fotomotive Boliviens – und als eines der größten Naturwunder Südamerikas. Doch wer sich durch die Salzebene bewegt, muss gut vorbereitet sein: Höhenluft, Sonne und das gleißende Weiß sollten nicht unterschätzt werden. Die Salzwüste liegt auf 3.600 m Höhe und ist für ihre Temperaturschwankungen zwischen bis zu 20 Grad tagsüber und nächtlichen -10 Grad bekannt. Ein echtes Traumziel für Naturfreunde und Hobbyfotografen!

2

Sucre

Sucre stellt durch den Sitz des Obersten Gerichtshofes die verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens dar.

Die 240.000-Einwohner-Stadt Sucre wurde im Jahre 1538 im bolivischen Hochland auf 2.808 Höhenmetern errichtet. Das ehemalige La Plata erhielt seinen heutigen Namen erst nach der Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft 1839 zu Ehren des Revolutionärs Antonio Jose de Sucre. Bis heute stellt Sucre durch den Sitz des Obersten Gerichtshofes die verfassungsmäßige Hauptstadt des Landes dar, doch durch das Fehlen der bürokratischen Einrichtungen, die sich allesamt in La Paz befinden, genießt du hier eine entspannte Atmosphäre ohne hektischen Trubel. Obwohl Bolivien bereits auf fast 200 Jahre Freiheit zurückblicken kann, fühlst du dich in den hervorragend erhaltenen und liebevoll restaurierten Gassen der Altstadt in die spanischen Zeiten zurückversetzt. Das UNESCO-Weltkulturerbe stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird von strahlend weißen Bauwerken mit vielen andalusischen Anklängen geprägt.

3

La Paz

Die bolivianische Hauptstadt La Paz, gilt als weltweit höchstgelegener Regierungssitz.

Vor dem Bergpanorama des Illimani, etwa auf 3600 Metern Höhenlage liegt die Stadt La Paz, Heimat von über 750.000 Einwohnern. Die bolivianische Hauptstadt der gleichnamigen Region La Paz gilt damit als weltweit höchstgelegener Regierungssitz. La Paz ist eine lebhafte und vielseitige bolivianische Stadt, deren Geschichte bis in das Jahr 1548 zurückreicht. Damals gründeten die Konquistadoren die Ansiedlung, welche einen bedeutenden Zwischenstopp auf dem Handelsweg zwischen dem bolivianischen Potosí und dem peruanischen Callao bildete. Für einen szenischen Ausblick sorgen die riesigen Bergwipfel des Illimani, einer 6.439 Meter hohen Erhebung. Eigentlich ist La Paz nur die Kurzform des vollen Stadtnamens – dieser lautet Nuestra Señora de La Paz. La Paz bildet mit El Alto den bevölkerungsreichsten Lebensraum Boliviens und zählt zu den zentralen Kulturzentren des südamerikanischen Landes. Sie ist nicht nur Universitätsstadt, sondern auch ein wichtiges Medien- und Theaterzentrum – und der Ausgangspunkt zahlreicher beliebter Ausflugsziele wie der Valle de la Luna, der Regenwälder vor Rurrenabaque und des berühmten Titicacasees.

4

Isla del Sol

Der Insel auf 4.000 Metern Höhe erweckt den Eindruck man wäre am Mittelmeer.

Die Isla del Sol hieß ursprünglich „Titicaca“ und gab somit dem See, der sie umgibt, seinen Namen. Hier, auf diesem sagenumwobenen Eiland, ließ der Legende nach der Sonnengott Inti seine beiden Kinder zur Erde. Hierbei handelte es sich um den ersten aller Inkas und seine Frau mit den Namen Manco Cápac und Mama Ocllo. Heute ist die nur etwa 14,3 Quadratkilometer große Insel ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber aus Copacabana. Kakteen, Zypressen und der blaue See erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, du befändest dich am Mittelmeer anstatt im bolivianischen Hochland in einer Höhe von rund 4000 Metern. Ein Netz an Wanderwegen durchzieht die Insel. Du läufst durch lichte Wälder, begegnest unterwegs Lamas und Alpakas und blickst dabei auf den blauen See und hohe, mit Schnee bedeckte Gipfel. Neben kleineren Spaziergängen lohnen sich auch anspruchsvollere Wanderungen, zum Beispiel auf den rund 3936 m hohen Cerro Tikani. Auf der Insel gibt es drei Gemeinden: Yumani, Ch´allapampa und Ch'alla.

5

Laguna Colorada

Die Laguna Colorada beheimatet eine Vielzahl verschiedener Flamingos.

Die auch als Red Lagoon bekannte Laguna Colorada liegt in einer Höhe von 4.278 m in Boliviens karger Hochebene Altiplano. Schon der Name dieses Wunders der Natur deutet auf die einzigartige Färbung des etwa 60 m² großen und durchschnittlich nur einen halben Meter tiefen Gewässers hin. Verantwortlich für das spektakuläre und wechselnde Spiel der Farben sind rote Algen in Verbindung mit kupferhaltigen Mineralien. Durch die wärmende Sonne aufgetankt, entfalten die Algen in den Nachmittagsstunden besonders viel Energie zur Einfärbung der Laguna Colorada. Das durch die Algen reichhaltige Nahrungsangebot zieht riesige Populationen von Chile-Flamingos, Anden-Flamingos und James-Flamingo in die ansonsten lebensfeindliche Welt. So erwartet dich eine eindrucksvolle Szenerie, in der die durch gelb-schwarze Schnäbel erkennbaren James-Flamingos die heimlichen Stars sind. Neben der magisch anmutenden Szenerie der Red Lagoon und weiterer Lagunen fasziniert der Nationalpark Eduardo Avaroa durch den größten Salzsee der Welt und durch einen spektakulären Vulkanismus mit heißen Quellen, Geysiren und Fumarolen.

6

Titicacasee

Etwa 3.372 km² des Titicacasees werden Bolivien zugerechnet.

Bei Copacabana präsentiert sich die ganze Schönheit des bolivianischen Titicaca-Panoramas. Eng verbunden ist der höchstgelegene kommerziell schiffbare See mit der Mythologie und Historie der Inkas. Insbesondere die Isla del Sol sowie die Mondinsel Isla de la Luna gelten als touristische Highlights des Titicacasees, die Ruinen und Tempel der Inkas beherbergen. Etwa 3.372 km² des Titicacasees werden Bolivien zugerechnet. Der riesige See auf der peruanisch-bolivianischen Altiplano-Hochebene befindet sich auf einer Höhenlage von über 3.800 Metern. Mit seinen gewaltigen Ausmaßen gilt der Titicacasee als größter See der Erde oberhalb der 2000-Meter-Höhenlage. Etwa senkrecht läuft die Grenze zwischen Bolivien und Peru durch das Gewässer des Sees, welcher zu über 40 % Bolivien zugerechnet wird. Als Ureinwohner der Region gelten die Urus, die für ihre schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee bekannt sind.

Copacabana – wer diesen Namen hört, denkt unweigerlich an Brasilien. Doch Copacabana gehört auch zu den prominenten bolivianischen Halbinseln des Sees, wo sich die gleichnamige Stadt Copacabana befindet. Copacabana ist innerhalb Boliviens als wichtigster Wallfahrtsort bekannt – hier liegt die bedeutende Basilika von Copacabana mit der Figur Virgen Morena. Doch Copacabana ist auch der zentrale Anlaufpunkt für Touristen auf der bolivianischen Seite des Titicaca – von hier werden nicht nur Bootstouren angeboten, die Stadt fügt sich zugleich in ein atemberaubendes Panorama des Titicacasees ein.

7

Tiahuanaco

Tiahuanaco war schon 300 Jahre v. u. Z. ein bedeutendes Zentrum der vorinkaischen Kultur.

In Tiahuanaco, einem wichtigen Zentrum der vorinkaischen Kultur, erhältst du einen Eindruck von der erstaunlichen Kunstfertigkeit der Ureinwohner Boliviens. Zu den Zeugnissen künstlerischen und handwerklichen Talents gehören die detailliert gearbeiteten Statuen und das mit mystischen Bildern verzierte Sonnentor. Zudem lohnt sich ein Abstecher in das unvollendete Ruinenfeld Puma Punku. Tiahuanaco war schon im Jahr 300 v. u. Z. ein bedeutendes Kultur- und Religionszentrum im Hochland des Altiplano in der Nähe des Titicacasees. Imposante Gebäude und kunstvoll gestaltete Skulpturen aus Andesit-Gestein zeichneten ein beeindruckendes Bild. Von 600 bis 900 n. u. Z. gelangte die Stadt zur vollen Blüte und beeinflusste weite Teile Südamerikas. Eine anhaltende Dürreperiode beendete die Herrschaft, so dass die Einwohner Tiahuanacos die Stadt verließen. Die Inkas übernahmen anschließend die verlassene Stadt.

Zu den interessantesten Teilen zählt das Zeremonialzentrum. Sämtliche zu diesem Zentrum gehörenden Baugruppen sind auf die zwei Tagundnachtgleichen hin ausgerichtet. Du besichtigst hier unter anderem verschiedene Monolithen, Megalithen sowie figürliche Darstellungen. Das 3,75 Meter breite und drei Meter hohe Sonnentor schlugen die Erbauer aus einem einzigen Felsblock heraus. Es wiegt etwa sieben bis zwölf Tonnen und trägt ein mythologisches Fries. Mit rund einem Prozent ist bislang nur ein geringer Teil von Tiahuanaco freigelegt. Deshalb darfst du gespannt sein, was zukünftige Grabungsarbeiten noch ans Tageslicht befördern.

8

Yungas-Straße

Die "Todesstraße" auf 4.670 m Seehöhe führt über den La-Cumbre-Pass von La Paz bis in die Kleinstadt Caranavi.

Von dem bolivianischen Regierungssitz La Paz bis in die Kleinstadt Caranavi führt die Yungas-Straße. Die in den 30er Jahren errichtete Strecke führt über den La-Cumbre-Pass auf 4.670 m Seehöhe und nimmt dich dabei auf eine rasante Fahrt durch Bolivien mit: Scharfe Kurven, schwindelerregende Serpentinen und steile Abhänge prägen dabei das Bild der vollständig ohne Leitplanken erbauten „Todesstraße“. Aber nicht nur die abenteuerlichen Straßenverhältnisse, die geringen Sichtweiten und die widrigen Wetterverhältnisse machen die Yungas-Straße zu einer echten Herausforderung – auch die Durchquerung mehrerer Klimazonen birgt gewisse Anpassungsschwierigkeiten für die meisten Reisenden. Kalte semiaride Gebirgszonen gehen über das trockene Altiplano bis in den tropischen Yungas-Regenwald über und überraschen unterwegs mit spannenden Landschaften und authentischen Einblicken in das Leben des Landes. Die bis 2007 zweispurig geführte und bis heute unbefestigte Yungas-Straße kannst du mit einem Auto, auf Schusters Rappen oder dem Rad bezwingen und dich dabei auf das Abenteuer deines Lebens einlassen.

9

Potosi

Potosi ist die größte Stadt Südboliviens und vor allem durch seine Bergwerke bekannt. Im 19. Jahrhundert war sie die reichste Stadt der Welt.

Silber – die kostbare Ressource ist eng mit der Geschichte der Stadt Potosí verknüpft. So sollen bereits die Inkas am heutigen Hausberg Cerro Rico Silber gefördert haben, ebenso galt die Region lange als zentraler Silberlieferant für das spanische Königreich. Schließlich erwuchs vor Ort, beginnend um 1545, aus der kleinen Bergbausiedlung eine vollwertige Stadt. Heute leben etwa 175.000 Einwohner in Potosí. Auch wenn die Geschichte der Silberförderung heute in Potosí noch omnipräsent ist, hat sich die Stadt längst weiterentwickelt. So gehört die koloniale Architektur der Altstadt seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Diese teils kunstvollen historischen Bauten erinnern an die Geschichte einer der reichsten Städte der Welt, zu denen Potosí bis ins 19. Jahrhundert gehörte. Die Casa de la Moneda, die königliche Münzprägeanstalt, kann vor Ort heute als Museum besichtigt werden. Mit einer Höhenlage von über 4.000 m gehört Potosí zudem zu den höchstgelegenen Städten der Erde.