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Verzaubert auf Mauritius’ Le Morne Brabant

Le Morne Brabant - Wechselhafte Geschichte und mysteriöse Naturphänomene

Geschrieben von

Florian Gabler

14.01.2020

Mauritius - Dieser wunderschöne Inselstaat im Indischen Ozean lockt jährlich mehrere hunderttausende Touristen an. Und ist man erst einmal auf der Hauptinsel, hat man den markanten Berg Le Morne Brabant als nicht zu übersehendes Naturschauspiel sofort im Blick. Wie wir gleich sehen werden, ist der Berg weit mehr als ein bedeutender Teil der Landschaft. Einen kleinen, aber wichtigen Ausflug in seine Geschichte und einige Tipps zum Besteigen des Berges findest du nun in diesem Artikel.
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Weltkulturerbe auf Mauritius: Le Morne Brabant

Der Berg Le Morne Brabant ist mit seinen 556 Metern Höhe nicht zu übersehen und ein echtes Highlight von Mauritius.

Im Südwesten von Mauritius thront er über der gleichnamigen Halbinsel: Der mit 556 Metern Höhe recht imposante Berg Le Morne Brabant. Einem Leuchtturm gleich, überblickt er die herrliche Landschaft der Peninsula — ein Naturphänomen, das mit seiner geschichtlichen Bedeutung zugleich Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist.

Le Morne Brabant erstreckt sich über ein Areal von über 12 Hektar und wird dabei auch von mehreren Hotels flankiert, die sich an seinen wunderschönen Korallensand-Stränden reihen. Die heutige Sehenswürdigkeit hat jedoch auch eine entscheidende Rolle in der Geschichte von Mauritius und in der Geschichte der Aufstände gegen die Sklaverei gespielt. Seit dem 17. Jahrhundert wurden die ersten Sklaven auf die Tabak- und Zuckerrohrplantagen der ursprünglich unbewohnten Insel gebracht. Den entlaufenen Sklaven — Maroons genannt — bot der stark bewaldete Le Morne Brabant mit seinen steilen, unzugänglichen Klippen und dank seiner besonderen Lage den perfekten Unterschlupf. Wie eine Art natürliche Festung über die Landschaft ragend, wurde der Berg das wichtigste Refugium auf Mauritius, das es den Maroons erlaubte, kleine Siedlungen zu errichten und bis zur Abschaffung der Sklaverei hier zu bleiben. Doch war es der tragische Tod vieler hundert Geflohener am 1. Februar 1835, der den Berg Le Morne schließlich zum Symbol des Widerstandes und des Strebens nach Freiheit und Würde machen sollte.

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Das Ende der Sklaverei

Im 19. Jahrhundert flohen Sklaven auf den Berg und stürzten sich aufgrund eines Missverständnisses in den Tod.

Es wird überliefert, dass, als die Sklaverei auf Mauritius abgeschafft wurde — mit dem britischen Slavery Abolition Act —, eine Gruppe von Soldaten und Polizisten den Berg hochzuwandern begann, um den Menschen die Nachricht zu überbringen: Sie waren endlich frei. Allerdings wurden die Uniformierten gesichtet und deren Ankunft auf eine ganz entsetzliche Weise als nahende Gefahr interpretiert. Statt zurück in die vermeintliche Gefangenschaft gezwungen zu werden, kletterten viele der ehemaligen Sklaven nach ganz oben auf die Klippen und stürzten sich in den Tod.

Seither gilt der kreolischen Gesellschaft von Mauritius der 1. Februar als Tag des Endes der Sklaverei, der jedes Jahr festlich gefeiert wird.

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UNESCO-Weltkulturerbe

Das Weltkulturerbe ist seit 2016 wieder zugänglich und seitdem ein wahrer Touristenmagnet.

Im Jahre 2008 wurde Le Morne Brabant von der UNESCO als Kulturlandschaft in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, auch seine Rolle in der Geschichte der Sklavenbefreiung sowie als Teil der mündlichen Überlieferungen aus jener Zeit wurden dabei gewürdigt. Für die Öffentlichkeit wurde der Berg allerdings zeitgleich gesperrt und erst 2016 wieder für Besucher geöffnet. Seither erfreut sich Le Morne großer Beliebtheit seitens der örtlichen Bevölkerung und der Touristen.

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Mauritius Le Morne Brabant Hike Tour

Eine Wanderung zum Gipfel des Berges wird mit einem atemberaubenden Ausblick auf den Ozean in die Insel belohnt.

Wer den Le Morne Brabant besteigen möchte, auf den wartet der wunderbare 3,5 Kilometer lange Wanderpfad des Berges. Auf diesem Hike taucht man völlig in die exotische Natur der Insel ein, eine grüne Welt, die von herrlichen Bäumen und seltenen Blumen wie dem Hibiscus fragilis oder der Trochetia boutoniana (Mandrinette resp. Boucle d’Oreille auf Kreolisch) definiert wird. Der Pfad ist für eine bis zu vier Stunden lange Wanderung ausgelegt, weshalb eine Betreuung durch EFR/WFA-zertifizierte Guides wichtig ist. Die Guides sind zudem die einzigen, die die Besucher zu einem für die Öffentlichkeit sonst nicht zugänglichen Teil des Berges führen können.

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Rätselhafte Naturphänomene

Die Siebenfarbige Erde ist eine Hügellandschaft vulkanischen Ursprungs. Die unterschiedlichen Farben entstehen durch die Umwandlung von Basaltlava in Tonminerale.

In der Nähe vom Le Morne Brabant liegen die Dörfer Le Morne, L’Embrasure, La Gaulette und Chamarel mit den bekannten Chamarel-Wasserfällen. Zu weiteren Sehenswürdigkeiten zählen das als die Siebenfarbige Erde bekannte Naturphänomen und die riesengroße Shivastatue.

Ein weiteres absolut faszinierendes Naturschauspiel offenbart sich allerdings ausschließlich aus der Höhe oder vom Helikopter aus: Direkt am Fuße des Le Morne Berges zeigt sich im Meer ein erstaunliches Bild, das wie ein riesiger Unterwasser-Wasserfall anmutet. Allerdings ist diese dramatische Erscheinung, wenngleich nicht unecht, nur eine optische Täuschung. Der Indische Ozean verschlingt hier keine weiteren Wassermassen — es sind seine starken Strömungen, die den Sand von der Inselküste in die Tiefen des Ozeans reißen. Von oben und durch die Wassermassen gesehen, entsteht die perfekte Illusion eines eindrucksvollen Wasserfalls, der unter der Ozeanoberfläche herunterstürzt.

Mauritius, der paradiesisch anmutende Inselstaat im Indischen Ozean, bietet dem interessierten Reisenden tatsächlich so viel mehr als zauberhafte Strände, exotisches Essen und sonnige Tage. Lebendige Geschichte, reicher multikultureller Alltag, einmalige und mysteriöse Naturphänomene warten darauf, von dir entdeckt zu werden.